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Fast jede zweite Neueinstellung ist befristet

Wer heutzutage einen neuen Job antritt, bekommt oft nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Im vergangenen Jahr galt das für 45 Prozent der Neueinstellungen. Betroffen sind davon vor allem junge Menschen, Teilzeitbeschäftigte und Angestellte ohne deutschen Pass. 

Insgesamt steigt die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse deutlich. Mehr als drei Millionen Beschäftigte hatten im Jahr 2018 eine Anstellung mit Ablaufdatum. Das sind fast doppelt so viele wie 1996, wie aus Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes hervorgeht. 

Besonders verbreitet ist dieser Trend bei Neuanstellungen. Ein neuer Job war im ersten Halbjahr 2018 für 45 Prozent der Beschäftigten mit einer Befristung verbunden. Ein Großteil der Befristungen war dabei ohne Sachgrund. 

Alle Gruppen betroffen

Im Koalitionsvertrag haben CDU/CSU und SPD verabredet, den Missbrauch sachgrundloser Beschäftigungen zu reduzieren und mit einer Quotenregelung dafür sorgen, dass mehr unbefristete Arbeitsverhältnisse entstehen. Bisher ist das aber noch nicht umgesetzt. 

Befristete Beschäftigung betrifft überdurchschnittlich oft Frauen, junge Menschen, Beschäftigte in Teilzeit und solche ohne einen deutschen Pass. Dabei betrifft das Problem alle Gruppen auf dem Arbeitsmarkt.  Der Anteil der Befristungen bei Neueinstellungen ist bei Hochqualifizierten am größten und absolut gesehen sind mit knapp zwei Millionen die meisten befristet Neueingestellten ausgebildete Fachkräfte. 

Menschen wollen sichere Arbeitsplätze

Noch wichtiger als ein hohes Einkommen oder flexible Arbeitszeiten ist für Beschäftigte nach einer Umfrage des Statistischen Bundesamts ein sicherer Arbeitsplatz. Zudem sind Zukunftssorgen bei befristet Beschäftigten deutlich größer als bei Menschen mit unbefristeter Festanstellung. 

Es gibt für die Politik also gute Gründe, das Thema endlich auf die Agenda zu bringen. Auch der SoVD spricht sich schon seit Langem dafür aus, befristete Beschäftigung – ebenso wie Leiharbeit und Werkverträge – stark einzugrenzen.