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Eigenanteile belasten pflegebedürftige Heimbewohner

Zwischen 1400 und 2400 Euro müssen Bewohner*innen von Pflegeheimen durchschnittlich pro Monat zahlen. Der SoVD fordert die Einführung einer Pflegevollversicherung und als ersten Schritt die Deckelung von Pflegekosten, damit Betroffene nicht ihre Ersparnisse für die Pflege aufbrauchen müssen. 

Das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen hat untersucht, wie hoch die Eigenanteile der Bewohner*innen in deutschen Pflegeheimen ist. Die beim Portal sozialpolitik-aktuell.de veröffentlichte Studie ist bei ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Eigenanteile zu den reinen Pflegekosten von Bundesland zu Bundesland sehr stark variieren. Am höchsten liegen sie in den alten Bundesländern, mit Baden-Württemberg (1.069 Euro) und dem Saarland (1.078 Euro) deutlich an der Spitze, und am niedrigsten in den neuen Ländern, mit Thüringen (424 Euro) am Ende.

Da Bewohner*innen von Pflegeheimen zudem die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (die sogenannten Hotelkosten) und die Investitionskosten vollständig tragen müssen, ergeben sich insgesamt monatliche Summen von 1.352 in Mecklenburg-Vorpommern bis 2.433 Euro in Baden-Württemberg. Die großen regionalen Unterschiede liegen auch an den Lohnkosten, die in den neuen Bundesländern deutlich niedriger sind. 

Leistungen der Pflegeversicherung reichen nicht aus

Die Leistungen der Pflegeversicherung bei vollstationärer Pflege bewegen sich zwischen 770 Euro (Pflegegrad II) und 2.005 Euro (Pflegegrad V). Die von den Heimen tatsächlich erhobenen Pflegekosten liegen aber deutlich höher. Die Differenz müssen  Heimbewohner*innen als Eigenanteil selbst tragen.

Wenn sie das nicht tun können, beispielsweise da die Ersparnisse aufgebraucht sind, springt die Sozialhilfe ein. Durch eine Gesetzesänderung sind seit diesem Jahr nur noch Angehörige mit einem Jahreseinkommen von mindestens 100.000 Euro zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. 

SoVD fordert Umbau zur Vollversicherung

Der SoVD setzt sich für den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer Vollversicherung ein. Dabei ist die diskutierte Begrenzung der Kostenbeteiligung ein erster Schritt, der aber nicht ausreicht, um Abstiegsängsten entgegenzuwirken. Der Verband fordert eine Pflegevollversicherung, die über eine Pflegebürgerversicherung finanziert wird und das Pflegerisiko vollständig absichert.