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Deutliche Rentenerhöhung im Juli – SoVD warnt vor Scheitern der Grundrente

Gesetzliche Rentenversicherte erhalten ab dem 1. Juli mehr Geld. Die Sätze steigen um 3,18 Prozent in den alten und um 3,91 Prozent in den neuen Bundesländern. SoVD-Präsident Adolf Bauer fordert die Regierung unterdessen auf, die Rente zukunftsfest zu machen und die Grundrente zügig auf den Weg zu bringen. 

Die Lohnsteigerungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zuletzt bekommen haben, wirken sich auch auf die gesetzlichen Renten aus. Rentnerinnen und Rentner erhalten ab diesem Monat in den alten Bundesländern 3,18 Prozent mehr, in den neuen Bundesländern beträgt der Anstieg 3,19 Prozent. Damit gleichen sich die Renten weiter an. Im Osten liegt der Rentenwert jetzt bei 96,5 Prozent des Westniveaus. Bis 2025 soll der Angleichungsprozess abgeschlossen sein. 

SoVD: Keine weitere Verzögerung bei der Grundrente

Während die Erhöhung für die Rentnerinnen und Rentner ein Grund zur Freude ist, mahnt SoVD-Präsident Adolf Bauer, darüber nicht die Zukunftsaufgaben zu vergessen. 

„Für einen Wohlfühlmodus bei der Rente fehlen nach wie vor die Voraussetzungen. Und dies gilt insbesondere mit Blick auf die angekündigte Grundrente. Sie darf nicht weiter verzögert werden“, warnt Bauer.

Er rief dazu auf, sich mit dem vorliegenden Konzept auseinanderzusetzen und die Grundrente auf den Weg zu bringen. „Die Bundesregierung muss nun den nächsten Schritt gehen und den Entwurf ohne Wenn und Aber im Kabinett beraten. Denn die Zukunft der Alterssicherung betrifft insbesondere die junge Generation von heute“, so Bauer.

Rentenniveau von 53 Prozent sichern

Aus Sicht des SoVD muss neben der Einführung einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung auch das Rentenniveau gesichert werden. „Es reicht nicht aus, das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 zu stabilisieren. Erforderlich ist eine langfristige Sicherung des Rentenniveaus bei 53 Prozent. Dann bestehen gute Chancen, um das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung zu erhalten“, sagt der SoVD-Präsident. 

Sein Aufruf wurde von der Nachrichtenagentur dpa aufgegriffen und von vielen großen Medien und Fernsehsendern verbreitet.