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Studentisches Wohnen wird teurer

Wer neu an die Uni kommt, braucht häufig eine Wohnung. Das gilt auch jetzt, wo nur wenige Präsenzveranstaltungen stattfinden. Wieder einmal sind die Mieten gestiegen und in einigen Städten kaum noch zu bezahlen.

In den kommenden Tagen startet das Wintersemester 2020/21 an den deutschen Universitäten – in den meisten Fällen als Onlinesemester oder durch hybride Veranstaltungsformen. Die Studierenden werden also nicht wie in den Vorjahren die Campus stürmen, sondern in der Regel von Zuhause aus studieren. Gerade hier ergibt sich ein Problem: Wie das Institut der deutschen Wirtschaft berichtet, ist laut dem aktuellen MLP Studentenwohnreport das studentische Wohnen trotz der Corona-Pandemie wieder in zahlreichen Städten teurer geworden.

Mieten in München am höchsten

Laut dem Report gab es bei den durchschnittlichen Mieten für studentisches Wohnen eine Preissteigerung an insgesamt 29 von 30 erfassten Hochschulstandorten. So seien im Vergleich besonders stark die Mieten in Bochum, Tübingen und Jena gestiegen. Allein Berlin sei aufgrund des eingeführten Mietendeckels die Mietpreisentwicklung stark rückläufig. Allerdings sei auch das Angebot der Wohnungen in der Bundeshauptstadt um fast ein Drittel zurückgegangen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde vom Report auch gesondert die Wohnungsmarktentwicklung im vergangenen Quartal erfasst. So wird eine „studentische Musterwohnung“ bei einer „normalen Ausstattungsqualität“ von 30 Quadratmetern berücksichtigt. Der teuerste Standort für Studierende bleibt hingegen die bayrische Landeshauptstadt. Hier beträgt die Miete für eine Musterwohnung 724 Euro. Darauf folgen in der Spitzengruppe die Städte Stuttgart, Freiburg, Frankfurt und Heidelberg.

BAföG reicht oft nicht für die Miete

Günstig bleibt das Wohnen für Studierende jedoch in Magdeburg und Leipzig. Laut Report bleibt neben dem angespannten Mietmarkt auch die finanzielle Situation für Studierende schwierig. Selbst mit dem maximalen BAföG-Wohnzuschlag könnten sich Studierende in 27 von 30 untersuchten Städten die Wohnung nicht mehr leisten. Aus diesem Grund müssen viele Studierende auf Nebenjobs zurückgreifen, die in der Corona-Krise allerdings häufig nicht mehr zur Verfügung stehen.

SoVD-Gutachten analysiert umkämpften Wohnungsmarkt

Wie die Verdrängung auf dem Wohnungsmarkt vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen betrifft - zu denen auch Studierende gehören – hat der SoVD in seinem großen Gutachten „Wohnverhältnisse in Deutschland. Mietbelastung, soziale Ungleichheit und Armut“ dargelegt. „Bezahlbares Wohnen für alle“ bleibt deshalb eine wichtige Forderung, die in Corona-Zeiten besondere Dringlichkeit hat.