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Hoher Krankenstand in der Pflege

Die Arbeitssituation in der Pflegebranche ist für viele Beschäftigte eine Belastung. Wie aus dem AOK-Pflegereport 2019 hervorgeht sind Pflegekräfte häufiger und länger krankgeschrieben als durchschnittliche Versicherte.

Der Krankenstand der Branche Pflege lag 2019 bei 6,8 Prozent und war im Vergleich zu allen Branchen um 1,5 Prozentpunkte höher. Der Krankenstand der 50 – 60-jährigen Pflegekräfte lag im Jahr 2019 sogar bei 9 Prozent, teilt die AOK Rheinland-Pfalz / Saarland mit.

Dabei dauerte eine Arbeitsunfähigkeit im Durchschnitt 16 Tage je Fall und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 3 Tage je Fall erhöht. Der Anteil an Arbeitsunfähigkeitsfällen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen betrug 6,7 Prozent. Diese Langzeiterkrankungen verursachen etwas mehr als die Hälfte aller AU-Tage.

Körperliche und psychische Probleme

Rückenschmerzen und andere Erkrankungen der Muskeln und des Skeletts machten mehr als jeden vierten Fehltag aus (22 Prozent). Psychologische Probleme folgten auf Platz zwei mit 16,4 Prozent und Verletzungen mit 8 Prozent. Jeder zehnte Fehltag ging auf eine Atemwegserkrankung zurück.

Diese Zahlen machen einmal mehr deutlich, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege besser werden müssen, damit die Gesundheit der Beschäftigten nicht unter ihrem Job leidet. Dazu gehören geregelte Arbeitszeiten, ein ausreichender Personalschlüssel und eine bessere Bezahlung. Der SoVD setzt sich dafür ein, dass sich der enorme Bedeutungsgewinn, den Pflegekräfte während der Coronakrise erfahren, in spürbaren Verbesserungen niederschlägt, die über eine einmalige Prämie hinausgehen.

Zum Pflegereport der AOK Rheinland-Pfalz / Saarland