Sozialverband Deutschland e.V. > Informieren > Online-Texte > Zahl der Leiharbeiter steigt auf Rekordhoch


Zahl der Leiharbeiter steigt auf Rekordhoch

Ende 2017 gab es in Deutschland über eine Million Leiharbeiter und damit 43 Prozent mehr als 2007. Aus den Zahlen geht auch hervor, dass Leiharbeit häufig nicht zu einem Übergang in reguläre Beschäftigung führt. 

Mit 1.021.589 Menschen waren so viele Personen in Leiharbeit beschäftigt wie nie zuvor. Das entspricht 2,8 Prozent aller Beschäftigten. Dies geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Besonders hoch ist der Anteil von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern in der Metallbearbeitung und im Lager- und Postbereich, wo er bei 15, beziehungsweise 12 Prozent liegt. 

2007 gab es 721.345 Leiharbeiter und damit bei 300.000 weniger als aktuell. In Leiharbeit beschäftigte Personen erhalten einen deutlich geringeren Lohn als regulär Beschäftigte. Im vergangen Jahr verdienten sie in Vollzeit einen durchschnittlichen Bruttolohn von 1868 Euro, während der von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei 3209 Euro lag. 

Leiharbeit führt selten zum regulären Job

Aus der Antwort des Ministeriums geht auch hervor, dass Leiharbeit anders als öfter behauptet, nur bedingt als eine Brücke in reguläre Beschäftigung taugt. Rund 40 Prozent den Menschen, die im zweiten Halbjahr 2017 ein Beschäftigungsverhältnis in Leiharbeit beendeten, hatten drei Monate danach noch keinen neuen Job gefunden. 

Von den 60 Prozent, die in diesem Zeitraum eine neue Beschäftigung gefunden hatten, war knapp die Hälfte erneut in Leiharbeit angestellt. Nur etwa ein Drittel der Betroffenen hat also eine Anstellung außerhalb der Leiharbeit gefunden. 

SoVD gegen prekäre Beschäftigung

Der SoVD setzt sich für eine Beschränkung von prekärer Beschäftigung wie Leiharbeit oder Minijobs ein. Diese Forderung ist auch Teil des SoVD-Konzeptes gegen Altersarmut. Denn wer in regulärer Beschäftigung arbeitet, verdient nicht nur mehr, sondern erwirbt auch höhere Rentenansprüche.