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Verbandschronik "Vom Reichsbund zum SoVD" offiziell vorgestellt

Am 14. Juni stellte SoVD-Präsident Adolf Bauer die Publikation in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin vor. Darin wird ein weiterer Teil der 100-jährigen Geschichte des Verbandes nachgezeichnet. Außerdem würdigte der Historiker Kurt Schilde in einem Vortrag das Leben und Wirken des Verbandsgründers Erich Kuttner. 

Der Abend stand unter dem Titel:
"Für Frieden, Freiheit und Demokratie: Über die Gründung des Reichsbundes durch Erich Kuttner und die Entwicklung zum Sozialverband SoVD".

Der Leiter der Gedenkstätte, Prof. Dr. Johannes Tuchel, begrüßte die Gäste, bevor Adolf Bauer an das Pult trat. In seinem Kurzvortrag ließ er die 100-jährige Geschichte des Verbandes Revue passieren. Dabei spannte er den Bogen von der Verbandsgründung im Ersten Weltkrieg, über die Zeit der Weimarer Republik, in der der Reichsbund ein treuer Verfechter der Demokratie war, bis zur Selbstauflösung im Jahr 1933.

Mit der Neugründung 1946 entwickelte sich der Verband zu einem wichtigen sozialpolitischen Akteur in der Bundesrepublik, der zahlreiche sozialpolitische Reformvorschläge einbrachte. Zum Abschluss hielt Bauer fest: "Der SoVD setzt sich seit seiner Gründung vor 100 Jahren für die Demokratie und gegen den Extremismus ein. Wir wissen, dass die Demokratie eine unbedingte Voraussetzung für den sozialen Frieden ist."

Vortrag über Erich Kuttners Leben

Im Anschluss wurde der Kurzfilm "Erich Kuttner gründet den SoVD" gezeigt, bevor es in einem detailreichen Vortrag um dessen Lebensgeschichte ging. 

Der Historiker Kurt Schilde beschäftigte sich in einem Referat mit dem bewegten Leben Erich Kuttners. Der Jurist hatte sich 1915 freiwillig zum Einsatz im Ersten Weltkrieg gemeldet, wo er 1916 vor Verdun schwer verletzt wurde. Am 23. Mai 1917 gründete er mit seinen Mitstreitern den "Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten", den Vorläufer des späteren Reichsbundes und des SoVD. 

Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg

Dabei widmete er einen Schwerpunkt dem Wirken Kuttner als Widerstandskämpfer, zunächst als Emigrant in den Niederlanden, später als Korrespondent im Spanischen Bürgerkrieg. 

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war er nach Holland geflüchtet, wo ihn die Gestapo 1942 verhaftete. Am 6. Oktober 1942 starb er im Konzentrationslager Mauthausen. 

Chronik per E-Mail bestellen

Bei der gut besuchten Veranstaltung, in deren späteren Verlauf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zu Gesprächen über Demokratie und gegen Extremismus nutzten,  war unter anderem Franz Müntefering zu Gast, 

Die Chronik kann zum Preis von drei Euro zuzüglich Versandkosten unter der E-Mail-Adresse materialbestellung(at)sovd.de bestellt werden. 

Ein ausführlicher Bericht zur Veranstaltung erscheint in der kommenden Ausgabe der SoVD-Zeitung.