Direkt zu den Inhalten springen

Alleinerziehende sind überdurchschnittlich oft arbeitslos

Wer alleine Kinder aufzieht, ist häufiger arbeitslos oder von Armut bedroht. Die Quote von Hartz-IV-Beziehenden ist dreimal so hoch wie in der Durchschnittsbevölkerung. Ein Grund für Arbeitslosigkeit ist dabei oft die fehlende Kinderbetreuung. 

Von den 2,34 Millionen Menschen, die im vergangenen Jahr arbeitslos waren, waren 179.000 alleinerziehende Eltern mit einem oder mehreren Kindern. Mehr als 100.000 weitere Alleinerziehende bezogen Hartz IV, ohne offiziell arbeitslos zu sein. Sie konnten wegen der Betreuung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen keiner Beschäftigung nachgehen. 

Insgesamt ist die Erwerbslosenquote von Alleinerziehenden mit 5,6 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Eltern in einer Paargemeinschaft (2,2 Prozent). Bei alleinerziehenden Müttern war diese Quote sogar dreimal höher. Dies geht aus Antworten des Bundesarbeitsministeriums auf Anfragen der Linksfraktion hervor, über die die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete. 

Viele Alleinerziehende beziehen Hartz IV

Besonders viele Alleinerziehenden-Haushalte sind im Hartz-IV-Bezug. Mehr als jeder Dritte bekommt Hartz-IV-Leistungen, darunter sind auch viele Erwerbstätige. In der Gesamtbevölkerung liegt die Quote dagegen bei knapp zehn Prozent. Insgesamt waren mehr als die Hälfte der Familien, die Arbeitslosengeld II bezogen, Haushalte von Alleinerziehenden. 

Sie leiden besonders unter dem fehlenden Ausbau der Kinderbetreuung. Ohne eine gewährleistete Betreuung fällt es ihnen oft schwer, einen Job zu finden. Im vergangenen Jahr berichtete der SoVD über eine Studie, aus der hervorgeht, dass sich viele arbeitslose Alleinerziehende eine Beschäftigung wünschen. Familiäre oder persönliche Gründe würden das aber oft verhindern.