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Frauen-Alterssicherungskonferenz macht sich für Grundrente stark

Am 28. August fand die 15. Frauen-Alterssicherungskonferenz von ver.di und SoVD statt. Dabei diskutierten mehrere prominente Rednerinnen und Redner über die Grundrente und plädierten eindrücklich gegen ein Bedürftigkeitsprüfung. Am Ende stand die Resolution „Gute Arbeit – gute Rente – gutes Leben“. 

Die Alterssicherungskonferenz, die ver.di und der SoVD gemeinsam veranstalteten, stand in diesem Jahr im Zeichen der geplanten Grundrente. Die Beteiligten beider Organisationen waren sich einig, dass sie zügig eingeführt werden müsse und das vor allem Frauen von ihr profitieren würden. Deutlich machten sie auch, dass eine Bedürftigkeitsprüfung dem Prinzip einer Rente zuwiderlaufe und deshalb vermieden werden müsse. 

Die Begrüßung übernahm Stefanie Nutzenberger vom ver.di-Bundesvorstand. Dabei stellte sie das Programm vor und verwies auf die große Rentenlücke zwischen Männern und Frauen, die bei 53 Prozent liege – ein Thema, das in mehreren Redebeiträgen angesprochen werden sollte. Außerdem lobte sie, dass die Bundesregierung versprochen hat, das Rentenniveau bis 2025 stabil zu halten. 

Wichtig sei vor allem, dass Frauen Anerkennung für ihre Lebensleistung erfahren. „Unser Anspruch ist eine Rente, die ein Leben voller Leistung anerkennt und wertschätzt! Das gilt gerade dann, wenn Erwerbsarbeit aufgrund von Sorgearbeit unterbrochen wurde.“

Frauen im SoVD begrüßen Konzept

Für den SoVD äußerte sich zunächst Edda Schliepack, Bundesfrauensprecherin und Präsidiumsmitglied. Sie sagte: „Das Konzept zur Grundrente von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil begrüßen wir Frauen im SoVD sehr. Wir schätzen vor allem, dass es ohne eine Bedürftigkeitsprüfung auskommt, denn auf diese Weise wird eine eigenständige Alterssicherung der Frauen ermöglicht und deren Lebensleistung anerkannt.“ Außerdem berichtet sie von der Postkartenaktion „Ich habe die Grundrente verdient“, die CDU und CSU dazu bringen soll, ihren Widerstand gegen eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung aufzugeben. 

Frank Bsirske, Vorsitzender von ver.di, unterstrich in einem fundierten, mit vielen Zahlen unterlegten Vortrag die Position der Gewerkschaft, dass sich lebenslange Arbeit auch in einer Rente oberhalb der Grundsicherung widerspiegeln muss. 

Adolf Bauer für höheres Rentenniveau

Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, legte anschließend die Position des Ministeriums dar. Auch er betonte, dass von der Grundrente in der geplanten Form zu 80 Prozent Frauen profitieren würden. Außerdem stellte er heraus, dass es außer Deutschland kaum Länder ohne eine Art von Grundrente gebe. 

Anschließend kam SoVD-Präsident Adolf Bauer zu Wort. Er sprach über die Ursachen für die oft deutlich niedrigere Rente von Frauen, wie unterbrochene Erwerbsbiografien oder prekäre Beschäftigung. Dabei sagte er: „Der SoVD macht sich ganz entschieden für die Grundrente stark. Schließlich werden hier langjährige Forderungen unseres Verbandes zum Beispiel nach der Rente nach Mindestentgeltpunkten und der Schaffung von Rentenfreibeträgen berücksichtigt.“ Zudem wies er darauf hin, dass der SoVD auch verdeckte Armut als Problem sieht, da viele Berechtigte aus Angst oder Scham ihren Anspruch auf Grundsicherung nicht geltend machen würden. Er forderte außerdem die Rückkehr zu einem Rentenniveau von 53 Prozent. 

Resolution "Gute Arbeit - gutes Leben - gute Rente" verabschiedet

Dagmar König vom ver.di-Bundesvorstand kritisierte anschließend, dass gesellschaftlich wichtige Arbeit, wie beispielsweise Pflege- oder Erziehungstätigkeiten, in Deutschland schlecht bezahlt werde. Beschäftigte in diesem Bereich, ein Großteil davon Frauen, erhielten deshalb deutlich weniger Rentenpunkte als Angestellte in technischen Berufen, wo mehr Männer arbeiten. 

Die abschließenden Beiträge kamen von Brigitte Loose von der Deutschen Rentenversicherung, die argumentierte, dass die zunehmende Berufstätigkeit von Frauen zu höheren Renten führen werde, und Judith Kerschbaumer, Leiterin der Bereichs Sozialpolitik bei der ver.di Bundesverwaltung. Sie befasste sich mit dem Renteneintrittsalter und machte klar, dass sich ver.di gegen längeres Arbeiten ausspricht. 

Die Konferenz mit 160 Teilnehmenden ging mit der Verabschiedung einer Resolution zu Ende. Unter dem Motto „Gute Arbeit – gute Rente – gutes Leben“ sind die Forderungen nach einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung gebündelt.

Info: Auf der Seite von ver.di entsteht eine Dokumentation der Veranstaltung.