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Coronavirus: Veränderte Regelungen bei der Kurzarbeit

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland betrifft das Leben vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Unzählige Betriebe arbeiten gar nicht oder nur eingeschränkt. Um den Verdienstausfall der Beschäftigten zu mindern, ist der Zugang zum Kurzarbeitergeld gelockert worden.


Geraten Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage, zum Beispiel durch ein unvorhersehbares Ereignis wie die aktuelle Pandemie, kann der Arbeitgeber für die Beschäftigten für maximal zwölf Monate Kurzarbeitergeld beantragen.

Normalerweise können Betriebe und Unternehmen zu diesem Mittel greifen, wenn mindestens 30 Prozent aller Beschäftigten betroffen sind. In Zeiten von Corona ist der Bezug von Kurzarbeitergeld jetzt rückwirkend ab dem 1. März möglich, wenn mindestens zehn Prozent der Mitarbeiter nicht oder deutlich weniger arbeiten können.

60 Prozent des Verdienstausfalls abgedeckt

In dieser Zeit übernimmt der Staat Teile des Verdienstausfalls sowie anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden.

Im Regelfall beträgt das Kurzarbeitergeld 60 Prozent des Netto-Einkommens vom während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettolohns. Lebt mindestens ein Kind im Haushalt, erhöht sich dieser Satz auf 67 Prozent.

Kurzarbeit und Krankheit

Wer als Beschäftigter krankgeschrieben ist, erhält dennoch Kurzarbeitergeld. Bis zum Start der Kurzarbeit gilt der reguläre Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ab dem Start der Kurzarbeit verringert sich die Entgeltfortzahlung entsprechend der Kurzarbeiter-Regelung.

Zusätzlich wird der Arbeitgeber nun noch ein Krankengeld zahlen, das dem Kurzarbeitergeld entspricht. Der Mitarbeiter ist also weiterhin so gestellt wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen. Das Kurzarbeitergeld bei Lohnfortzahlung ersetzt also lediglich 60 Prozent (67 Prozent bei Kindern im Haushalt) der Differenz zum vorherigen Lohn. Genauso wie bei Arbeitnehmern, die gesund sind.

Krankengeld auf Basis normalen Entgelts

Beschäftigte, die während des Bezugs von Kurzarbeitergeld erkranken, haben sechs Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Da in dieser Situation aufgrund von Kurzarbeit weniger gezahlt wird, verringert sich auch die Entgeltfortzahlung. Zusätzlich bekommt der Angestellte das jeweilige Kurzarbeitergeld ausgezahlt.

Nach sechs Wochen muss die Krankenkasse weiterzahlen. Die gute Nachricht ist: Das Krankengeld wird auf Basis des bisherigen Entgelts berechnet, nicht auf Grundlage des Kurzarbeitergeldes. Wer langfristig erkrankt, hat also zumindest im Krankengeld keine finanziellen Nachteile.


Zu den neuen Regeln beim Kurzarbeitergeld hat der SoVD eine Sozial-Info herausgegeben.

 

In seinen Beratungsstellen infomiert der Sozialverband Deutschland über das Kurzarbeitergeld und viele andere Leistungen der Sozialversicherungen. Über die Kreis- und Landesverbände des SoVD finden Sie die Angebotes des Verbandes in Ihrer Nähe.