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Gutscheine statt Geld zurück

Kunden, die Tickets für Veranstaltungen gekauft haben, die durch die Coronakrise ausgefallen sind, bekommen von den Veranstaltern Gutscheine zur Entschädigung. Eine finanzielle Erstattung ist erst ab 2022 vorgesehen. Es gibt jedoch Ausnahmen für Härtefälle. 

Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben für mehrere Wochen fast zum Erliegen gebracht. Im Kultur- und Unterhaltungsbereich sind viele Veranstaltungen abgesagt oder erst einmal verschoben worden. Gerade in dieser Branche ist bisher kaum abzusehen, wann und unter welchen Bedingungen der reguläre Betrieb wieder möglich sein wird.

Viele Menschen mussten Tickets für Konzerte, Theateraufführungen, Opernbesuche, Lesung oder Ähnliches verfallen lassen oder besitzen Karten für abgesagte Veranstaltungen in den nächsten Wochen. Nachdem anfangs unklar war, wie die Kunden entschädigt werden sollten, gibt es jetzt eine Einigung.

Gilt für Ticketkäufe vor dem 8. März

Bundestag und Bundesrat haben in der vergangenen Woche die sogenannte Gutscheinlösung auf den Weg gebracht. Danach sind die Kunden verpflichtet, Wertgutscheine der Veranstalter zu akzeptieren. Eine finanzielle Erstattung des Eintritts ist dagegen komplizierter.

Stichtag ist der 8. März. Die Gutscheinregelegung gilt für Tickets und Verträge, die vor dem 8. März ausgestellt worden. Allein in diesen Fällen greift die neue Gutscheinregelung. Für nach dem 8. März 2020 verkaufte Eintrittskarten oder nach dem Stichtag abgeschlossene Verträge gilt die Gutscheinregelung nicht. Hier gibt es - wie vor der Corona-Krise - das Geld zurück. Der Gutschein muss vom Veranstalter über einen Gegenwert in Euro ausgestellt werden. Alternative Angaben wie „Gutschein für ein Konzert“ sind nicht gültig.

Frühere Auszahlung bei Härtefällen möglich

Aus dem Gutschein muss hervorgehen, dass dieser aufgrund der COVID-19-Pandemie ausgestellt wurde. Zudem muss dort stehen, wann Gutscheininhaber die Auszahlung verlangen können. Die gibt es, wenn der Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht eingelöst wurde. In diesem Fall können die Besitzer die Auszahlung innerhalb von 3 Jahren, bis zum 31.12.2024 beim Veranstalter, geltend machen. Außerdem muss angegeben werden, dass der Gutscheininhaber eine frühere Auszahlung auch verlangen kann, wenn ihm der Gutschein aufgrund seiner persönlichen Lebensumstände nicht zugemutet werden kann.

Denn für besondere Härtefälle gibt es eine Ausnahme von der neuen Gutscheinregelung: Dann können Gutscheininhaber die Auszahlung auch schon vor Ablauf des 31.12.2021 verlangen. So zum Beispiel, wenn das Ticket gekauft wurde, um im Zuge einer Urlaubsreise an einer Veranstaltung teilzunehmen und der Nachholtermin einen hohen Einsatz von Reisekosten erfordert. Oder auch, wenn der Gutscheininhaber nicht mehr in der Lage ist, wichtige Lebenshaltungskosten wie Miete und Energie zu bezahlen.