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SoVD-Umfrage: Viele sorgen sich um Absicherung im Ruhestand

Aktuelles Rente

Über 80 Prozent fürchten, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Eine große Mehrheit spricht sich für die Einbeziehung von Beamten in die Rentenversicherung aus.

Ein älterer Mann und eine ältere Frau blicken besorgt.
Reicht das Geld für den Ruhestand? Viele Menschen zweifeln daran. Foto: Pormezz / Adobe Stock

Mit seiner Äußerung, wonach die gesetzliche Rentenversicherung „in Zukunft allenfalls noch die Basisabsicherung“ sein werde, sorgte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in den vergangenen Tagen für viel Aufregung. Auch der SoVD kritisierte ihn scharf.

Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des SoVD zeigt, dass viele Menschen ein sehr ausgeprägtes Problembewusstsein beim Thema Rente haben. Eine deutliche Mehrheit der Befragten zweifelt daran, im Alter ihren Lebensstandard halten zu können. Insgesamt geben mehr als 82 Prozent an, dass ihre gesetzliche Rente dafür voraussichtlich nicht ausreichen wird.

SoVD: Private Angebote können gesetzliche Rente nicht ersetzen

Die von der Politik immer wieder forcierte Förderung der privaten Altersvorsorge ist dagegen längst nicht allen möglich. Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich rund 54 Prozent, gibt an, nicht über die finanziellen Möglichkeiten zu verfügen, um ausreichend privat für das Alter vorzusorgen.

„Damit wird deutlich, dass politische Konzepte, die auf umfassende private Vorsorge setzen, an der Lebensrealität vieler Menschen vorbeigehen“, stellt die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier fest. Private und betriebliche Altersvorsorge könnten die gesetzliche Rente zwar ergänzen, aber bei Weitem nicht ersetzen.

Für den SoVD unterstreichen diese Antworten, wie wichtig es ist, die gesetzliche Rente zu stärken, anstatt ihr Vertrauen zu entziehen und Kürzungen anzudrohen.

Große Zustimmung zur Einbeziehung von Beamten

Zugleich lehnen die Befragten Kürzungen bei der Rente, höhere Beiträge oder ein späteres Renteneintrittsalter deutlich ab. Eine große Mehrheit von 70 Prozent spricht sich dafür aus, für die langfristige Finanzierung der gesetzlichen Rente alle Erwerbstätigen einzubeziehen. Eine noch deutlichere Zustimmung (87 Prozent) gibt es bei der konkreten Frage nach der Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten. Auch höhere Steuern für Besserverdienende stoßen auf Zustimmung (42 Prozent).

Für Michaela Engelmeier ist daher klar: „Viele Menschen wollen eine Rente, die auf mehr Schultern verteilt wird. Deshalb braucht es eine Weiterentwicklung hin zu einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen.“

Michaela Engelmeier: Gesetzliche Rente ist besser als ihr Ruf

Der SoVD setzt sich für eine starke gesetzliche Rente ein und wird den Reformprozess, der nach Vorlage der Kommissionsergebnisse im Sommer anläuft, eng begleiten. Dabei komme es auch darauf an, die Vorteile der gesetzlichen Rente herauszustellen. Die gesetzliche Rente sei deutlich besser als ihr Ruf und habe sich auch in Krisenzeiten als stabil, verlässlich und solidarisch erwiesen, so Michaela Engelmeier. Sie schlussfolgert: „Die gesetzliche Rente muss daher jetzt gezielt gestärkt werden, da viele Menschen das Vertrauen in eine verlässliche Alterssicherung verloren haben.“

Die Ergebnisse der SoVD-Umfrage auf einen Blick