Ihre Meinung zählt!
Neu in der SoVD-Zeitung: Teilen Sie uns Ihre Sicht zu aktuellen sozialpolitischen Themen mit!
Ihre Gedanken sind gefragtJetzt an der Umfrage teilnehmen
Regelmäßig möchten wir Sie um Ihre Meinung und Erfahrungen zu wichtigen Themen befragen. In der März-Ausgabe der SoVD-Zeitung geht es um die Debatten rund um die Zukunft der gesetzlichen Rente. Wir möchten wissen: “Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Ihre Rente denken?"
In der Umfrage können dazu Schlagworte eingeben, natürlich auch mehre nacheinander. Vielen Dank für Ihre Teilnahme.
Wir sind gespannt auf Ihre Antworten!
Gerne können Sie uns Ihre Gedanken und Erfahrungen auch in längerer Form schicken. Senden Sie dazu einfach eine E-Mail an:
redaktion(at)sovd.de.
Bisherige Umfragen
Kaum Alternativen zum Krankenhaus in der RegionWelche Erfahrungen haben Sie mit dem Krankenhaus in Ihrer Region gemacht?
In der Februarausgabe ging es um die geplante Krankenhausreform und die möglichen Folgen für die medizinische Versorgung. In der Abstimmung zeigt sich, dass die SoVD-Mitgliedern in ihrem Krankenhaus nicht unbedigt befriedigende Erfahrungen machen. Zugleich sehen sie aber auch nur wenig Alternativen zu ihrer lokalen Einrichtung.
Zusätzlich erreichten die Redaktion viele Erfahrungsberichte von SoVD-Mitgliedern, in denen sie ihre Erlebnisse bei Krankenhausaufenthalten schildern. Diese bilden wir hier ebenfalls ab.
Zuschriften zum Artikel und zur Umfrage
Daseinsvorsorge ist kein Geschäftsmodell - Kommunen müssen wieder handlungsfähig werden
Der Bericht „Was wird aus der Klinikreform?“ in Ihrer Februar-Ausgabe legt die richtigen Schwerpunkte, doch es lohnt sich, die historische Kausalkette noch radikaler freizulegen. Wir erleben derzeit den Versuch, die Trümmer einer gescheiterten Ökonomisierung mit den Beiträgen der Versicherten zu kitten, während die strukturellen Profiteure der Vergangenheit unangetastet bleiben.
Die Architektur des Scheiterns
Der Umstieg auf die Fallpauschalen (DRGs) Anfang der 2000er Jahre war kein bloßer Verwaltungsakt, sondern eine bewusste Priorisierung privater Trägergesellschaften. Während Kommunen unter dem Diktat leerer Kassen bei notwendigen Investitionen kapitulieren mussten, konnten private Konzerne die Gunst der Stunde nutzen. Dass Krankenhäuser in öffentlicher Hand dadurch systematisch benachteiligt wurden, war kein Kollateralschaden, sondern systemimmanent: Man hat die Gesundheit der Bevölkerung dem Markt zum Fraß vorgeworfen.
Der Kollaps der dualen Finanzierung und die kommunale Entmachtung
Verschärft wurde diese Schieflage durch das chronische Versagen der Bundesländer bei der Investitionsfinanzierung. Indem die Länder ihrer Pflicht über Jahrzehnte nicht nachgekommen sind, wurden die Kliniken gezwungen, Modernisierungen aus Behandlungsentgelten quer zu finanzieren. Das hat nicht nur den Druck auf das Personal erhöht, sondern die Kommunen systematisch aus ihrer Verantwortung für die Daseinsvorsorge gedrängt. Wer die Gesundheit der Bürger als Ware definiert, entzieht der kommunalen Selbstverwaltung die Basis.
Die Forderung: Rekommunalisierung durch Befähigung
Eine echte Reform muss mehr sein als eine bloße Umverteilung von Finanzströmen. Sie muss es den Kommunen ermöglichen, ihrer Pflicht zur öffentlichen Daseinsvorsorge wieder gerecht zu werden.
- Finanzielle Souveränität: Der geplante Transformationsfonds darf keine Einbahnstraße zulasten der Beitragszahler sein, sondern muss gezielt dazu genutzt werden, öffentliche Trägerstrukturen zu stärken und sie aus der Abhängigkeit privater Investoren zu lösen.
- Bedarfsplanung als demokratische Aufgabe: Bevor Milliarden fließen, bedarf es einer Prüfung der Bedarfspläne über Ländergrenzen hinweg. Ziel muss eine optimierte Versorgung in der Fläche sein, die nicht nach Rendite, sondern nach Erreichbarkeit und Qualität steuert.
Fazit
Die Gesundheit der Bevölkerung ist eine staatliche Kernaufgabe, kein Geschäftsmodell. Eine Reform verdient diesen Namen nur, wenn sie die Kommunen wieder in die Lage versetzt, die stationäre Versorgung als Teil der öffentlichen Infrastruktur zu garantieren, statt zuzusehen, wie in der Fläche Lücken gerissen werden, die am Ende doch wieder der öffentlichen Hand zur Last fallen. Respekt verdient sich die Politik nicht durch die Höhe der bewegten Summen, sondern durch die Rückkehr zur Gemeinwohlorientierung und zur Stärkung der kommunalen Verantwortung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin sehr dankbar, meine Erfahrungen mitteilen zu können. Als Schlagwörter fallen mir ein: Alters-Diskriminierung, Entmenschlichung, Überforderung, Material- und Qualifikationsmängel. Am 31.05.2024 wollte ich noch eben am Abend die "Sozial im Blick" verteilen. Gegen 19:30 h nahm ich die Juttetasche mit den Zeitungen. Als ich die Haustür hinter mir zuziehen wollte, es gibt dort zwei kleine Stufen, fand ich mich auf dem Bürgersteig wieder. Ich weiß nicht, wie ich in diese Situation kam. Doch die Haustür war zu.
Ich fühlte einen stechenden Schmerz in meinem rechten Fuß und bemerkte, dass dieser verdreht war. Ich richtete den Fuß und schaute erst einmal dumm aus der Wäsche. Bis ich begriff, dass keine Hilfe zu erwarten war und aufstehend überlegte ich, ob ich humpelnd die Zeitungen austragen konnte oder mit dem Auto fahren sollte. Die Schmerzen fingen an stärker zu werden und ich überlegte, ob ich erst einmal in meine Wohnung zurückgehen sollte, um den Fuß in Augenschein zu nehmen. Bis zur zweiten Treppenstufe im Eingang kam ich, dann konnte ich mit dem rechten Fuß nicht mehr auftreten. Es ging nicht mehr vor und nicht mehr zurück.
Ein Nachbar aus dem Haus gegenüber sah mich wohl einige Zeit im Hauseingang stehen und wunderte sich. Er kam zu mir und fragte, ob mir nicht gut sei und ob er helfen könne. Ich sagte ihm, dass ich wohl gefallen sei und mich nicht mehr fortbewegen könnte. Er holte erst einmal einen Stuhl, weil die Belastung auf dem linken Bein allein schon zur Erschöpfung führte. Der Schock ließ wohl nach.
Nachdem ich eine Zeit lang auf dem Stuhl gesessen hatte, versuchte ich wieder aufzustehen. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Mein Nachbar rief dann einen Krankenwagen. Ein anderer Nachbar aus dem Haus, in dem ich wohne, nahm die Zeitungen in Obhut und brachte mir meine Handtasche mit Versicherungskarte. Die Sanitäter waren sehr schnell und sehr gut und trafen erste Maßnahmen zur Lagerung und Kühlung. Im Krankenhaus fing der Horror an. Um 19:45 h war ich im Krankenhaus. Dort wurde ich in einen Rollstuhl gesetzt, ohne Hochlagerung, ohne Kühlung und ohne Medikamente. Ich saß im Flur der Notaufnahme mit drei anderen älteren Damen.
Obwohl die Behandlungsräume frei waren und auch keine neuen Einlieferungen kamen, saßen wir dort bis 23:00 h unversorgt. Gegen 23 h kam ich dann in einen Behandlungsraum. Der Arzt sah sich den Fuß kaum an und ordnete eine Röntgenaufnahme an. Diese fand ca. 23:30 h statt und wurde von einem Mitarbeiter ohne deutsche Sprachkenntnisse durchgeführt. Er gab sich sehr viel Mühe, mir Schmerzen zu ersparen. Danach kam ich wieder in einen Behandlungsraum. Dort war ich bis ungefähr 24 Uhr. Der Arzt kam und sagte mir, der Fuß sei mehrfach gebrochen. Er würde mir eine Schiene anlegen lassen und ich würde zwei Gehhilfen bekommen.
Ich fragte ihn, ob ich etwas zu trinken bekommen könnte. Eine Flasche Wasser brachte mir nach nochmaligem Nachfragen ein Pfleger. Etwa um 0:30 h kam eine MTA und ging an die Vorbereitung zur Fertigung einer Schiene. Sie fluchte vor sich her und warf eine Schere nach der anderen durch den Raum. Mir wurde noch mulmiger. Nach 10 Minuten hatte sie endlich das Material von der „Standware“ losgelöst. Eine ungefähre Anpassung wurde von ihr vorgenommen. Auf meine Einwände reagierte sie unwirsch, änderte jedoch nichts. Auf die Gehhilfen wartete ich dann noch bis 1:00 h. Der Pfleger gab sie mir in die Hand und sagte: „Jetzt laufen Sie mal.“ Den rechten Fuß durfte ich nicht belasten und hatte keine Ahnung, wie ich mich mit den zwei Gehhilfen fortbewegen sollte. Schmerzmittel hatte ich immer noch nicht, von daher schmerzte jede Bewegung entsprechend.
Gnädigerweise ließ er mich nicht allein, sondern sagte mir, ich solle es einfach probieren, falls ich falle, würde er mich schon auffangen. Der junge Mann war sehr klein und schmächtig. Mein Vertrauen in seine körperliche Konstitution war nicht sehr groß. Außerdem hatte ich nach meinem Sturz Angst davor, noch einmal zu fallen. Laut Krankenkassenrichtlinien müsse ich das können, herrschte er mich an. Zudem sei meine Generation es ja schuld, dass es diese Misere im Gesundheitswesen gäbe. In meiner Situation hatte ich keine Lust auf einen Generationenkonflikt. Ich bat wenigstens um ein Schmerzmittel. Dann müsse er den Arzt noch einmal rufen, das könnte aber dauern. Da ich keine andere Chance hatte, habe ich bis 1:30 h auf den Arzt gewartet. Mit ihm habe ich dann eine halbe Stunde diskutiert, bis er mir ein flüssiges Schmerzmittel gab.
Gegen 2:00 h wurde dann netterweise ein Taxi für mich gerufen. Meine Taschen waren irgendwie um mich herumgeschlungen, als ich zum Ausgang humpelte. Der Taxifahrer traute seinen Augen nicht, half mir beim Einsteigen, verstaute meine Sachen und brachte sie bis vor meine Wohnungstür, nachdem ich um 2:30 h wieder zu Hause war. Er war wirklich sehr fürsorglich und hilfsbereit. Ich wohne in der 3. Etage. Ich habe zwei Stunden gebraucht, um in meine Wohnung zu kommen. Durch den Lärm wurde ein Nachbar geweckt, der mir seine Hilfe anbot und am nächsten Tag ein Rezept in der Apotheke abholte. Als ich endlich in meiner Wohnung war, habe ich mich aufs Bett gesetzt und bin sofort in voller Bekleidung vor Erschöpfung eingeschlafen. Ich musste noch viermal im Krankenhaus vorstellig werden, bis eine OP als zwingend notwendig festgestellt wurde. Zwei Wochen nach dem Unfall erhielt ich einen OP-Termin. Schon im Krankenhausbett erhielt ich eine Stunde vor OP-Termin Bescheid, dass ich wieder nach Hause gehen könne. Die OP wäre um eine Woche verschoben.
Zwei Tage nach der OP wurde ich dann blutig entlassen. Aber was ich im Krankenhaus erlebte, ist unglaublich. Wenn Sie Interesse daran haben, schicke ich Ihnen diese Erfahrungen auch noch zu. Die Erfahrungen, die ich bei der Gesundung gemacht habe, könnten ein kleines Buch füllen, doch ohne Unterstützung des SoVD wäre es wesentlich schwieriger gewesen.
Guten Tag,
vielen Dank, dass Sie sich dem Thema Fachärztemangel, Krankenhausreform und MVZ widmen. Als Mitglied und Leser der SoVD-Zeitung möchte ich auf einige Herausforderungen und Erfahrungen aus meiner Region, dem Saale-Holzland-Kreis, aufmerksam machen und gleichzeitig betonen, wie wichtig eine konstruktive Zusammenarbeit aller ist.
In die Thematik Krankenhausreform mit all ihren Vor- und Nachteilen bin ich regional stark eingebunden. Ehrenamtlich engagiere ich mich im Seniorenbeirat der Stadt. Wir suchen seit mehreren Monaten eine Nachbesetzung für den HNO-Arzt, was die Versorgungslücke spürbar macht. Auch in anderen Bereichen wie Dermatologie, Physiotherapie und Podologie besteht deutlicher Bedarf. Ich schätze das Engagement aller Beteiligten, die sich für unsere Region einsetzen, und bin überzeugt, dass eine gemeinsame Lösung erreichbar ist.
Die Krankenhäuser leisten gute Arbeit. Die Strukturen dahinter sind jedoch oft schwer durchschaubar. Mein Eindruck ist, dass finanzielle Abläufe nicht transparent sind. 2025 nahm ich an einer Plenarsitzung im Thüringer Landtag teil, in der das Thema ausführlich diskutiert wurde. In der Fragestunde berichtete Frau Gesundheitsministerin Katharina Schenk, dass der Ärztemangel bekannt ist. Zwar werden Ärzte bedarfsgerecht ausgebildet, jedoch wandern viele nach dem Studium ab. MVZs übernehmen zunehmend die ambulante Versorgung, sind aber in der Auswahl der Fachgebiete begrenzt. Neuen Ärzt*innen fällt es schwer, selbstständig eine Praxis zu übernehmen – unter anderem, weil Leistungen erst nach drei Monaten vergütet werden, obwohl sofort Kosten für Miete, Personal und Erstausstattung entstehen. Das wirtschaftliche Risiko ist aus meiner Sicht für junge Ärzt*innen groß. Der Verwaltungsaufwand ist hoch und lässt Ärzt*innen immer stärker kaufmännische Aufgaben übernehmen. Die Erweiterung der Öffnungszeiten ist kaum umsetzbar, da Verwaltung und Fortbildung von außen oft nicht wahrgenommen werden und die Praxen zusätzlich belasten. Dennoch bin ich überzeugt, dass diese Herausforderungen gemeinsam angegangen werden können.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, einen Facharzttermin zu bekommen. Die Terminvergabe über die 116117 ist bekannt, aber für Vorsorgeuntersuchungen – beispielsweise eine Hautkrebsvorsorge – fehlt diese Möglichkeit. Selbst außerhalb meines Versorgungsgebietes in Jena und Gera erhielt ich keine Termine, da diese Untersuchungen nicht angeboten werden. Der Aufwand steht offenbar nicht in Relation zur Vergütung. In Leipzig hätte ich kurzfristig einen Termin bekommen, doch die Entfernung und meine Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln machen das unmöglich. Versorgungsengpässe sind meist regional, und ich bin überzeugt, dass eine bessere Abstimmung und gemeinschaftliche Lösungen die Lage verbessern können.
Ein weiteres Beispiel ist die Myokardszintigraphie, eine zeitaufwendige nuklearmedizinische Untersuchung im Fachgebiet Radiologie, die Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße sichtbar macht. Viele radiologische Praxen bieten diese Untersuchung nicht mehr an. Nach zahlreichen Telefonaten fand ich im Umkreis von 30 km eine Praxis – mit einer Wartezeit von drei Monaten. Bei einer Herzerkrankung drei Monate auf eine Diagnose zu warten, ist aus meiner Sicht problematisch. Trotzdem hoffe ich, dass durch intensive Zusammenarbeit eine Verbesserung der Versorgung möglich wird.
Noch ein drittes Beispiel: Meine Nachbarin ist letztes Jahr im Hausflur gestürzt und zog sich neben eine Kopfverletzung, noch einen Oberschenkelhalsbruch zu. Vom Zeitpunkt des Notrufes bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vergingen 45 Minuten. Ursächlich war auf Rücksprache, dass das Fahrzeug von Camburg als nächstgelegenes Rettungsmittel verfügbar war. Was nutzt es, auf dem Papier 12 Minuten vorzugeben, wenn die Realität etwas anderes sagt. Es ist wieder ein Zeichen, dass etwas nicht stimmig ist.
Zusammenfassend möchte ich betonen, wie wichtig Transparenz, eine faire Vergütung und der Abbau bürokratischer Hürden für die medizinische Versorgung sind. Ich schätze jedes Engagement für unsere Region und bin überzeugt, dass sich gemeinsam Fortschritte erzielen lassen.
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und darauf, weitere Schritte im Dialog zu gehen.
Guten Tag,
mit einer akuten Erkrankung in Deutschland in ein Krankenhaus zu gehen ist lebensgefährlich. Das klingt brutal, ist aber leider Realität. Und daran wird eine Klinikreform auch nichts ändern.
Dass ich vor acht Jahren überlebt habe, habe ich nur der Aufmerksamkeit und dem gesunden Menschenverstand meines Mannes, der kein Mediziner ist, zu verdanken. Dass ich den jetzigen Krankenhausaufenthalt überlebt habe, verdanke ich meiner eigenen Intuition und Hartnäckigkeit.
Vor acht Jahren war ich wegen akuter massiver Schmerzen im rechten Oberschenkel bei sechs! Ärzten und in drei! Notaufnahmen mit dem Ergebnis von Fehldiagnose und Fehlbehandlung. Körperlich unversehrt und mit Vertrauen in die "ärztliche Kunst" bin ich stationär in einem Helios-Klinikum aufgenommen worden; sediert und am Schmerztropf hat man mich dort fünf! Tage lang "weggelegt", vermutlich aus Personalmangel, bis ich eine Sepsis entwickelt hatte.
Die musste erst mein Mann feststellen; daraufhin wurde ich hektisch ins künstliche Koma versetzt. Anstatt mich sofort in eine Spezialklinik zu überführen, dokterte man eine! Woche lang mit Bluttransfusionen und Antibiotika an mir herum, ohne dass die Sepsis von den Ärzten beherrscht wurde.
Erst nach dieser "Verschlimmbesserung" wurde ich in ein BG Klinikum überführt, wo die Ärzte um mein Leben kämpften und mir schließlich den linken Unterschenkel amputieren mussten; sonst hätte ich nicht überlebt. Für mich war und ist der Verlust ein Super-Gau, habe ich doch mein ganzes bisheriges Leben lang Sport getrieben.
Doch ein Unglück kommt selten allein: Die anschließende Prothesenversorgung erfolgte mit einer mangelhaften Interimsprothese, die zu Kompensationsbeschwerden in der rechten Hüfte führte in Form von aktivierter Coxarthrose. Nach einem Jahr erhielt ich schließlich eine Hüft-TEP.
Nach ca. drei Jahren Bewegung mit der Hüft-TEP entwickelten sich belastungsabhängige Schmerzen im rechten Bein; doch die Ursache wurde weder von diversen Orthopäden noch von der nachsorgenden Klinik trotz entstehendem Beckenschiefstand und progredienten Schmerzen von den Ärzten erkannt. Erst die leitende Ärztin in einer Schmerzklinik, eine Orthopädin, hat mich intensiv und fachgerecht untersucht und im letzten Jahr die Lockerung der Hüftpfanne
Sehr geehrte Redaktion,
im Artikel „Was wird aus der Krankenhausreform?“ wird wiederholt von Qualität gesprochen. Gemeint sind dabei jedoch fast ausschließlich äußere Kriterien wie Leistungsangebote, Strukturen oder regionale Erreichbarkeit. Aus meiner persönlichen Erfahrung als Patientin möchte ich darauf hinweisen, dass ein wesentlicher Aspekt von Qualität dabei unbeachtet bleibt: der Umgang mit den Menschen, um die es in Krankenhäusern geht.
Fachlich war meine Behandlung korrekt, die Klinik ist für ihre medizinische Leistung bekannt. Was jedoch fehlte, war Zuwendung. Pflegekräfte und Ärzte agierten stark arbeitsteilig, routiniert und distanziert. Gespräche fanden kaum statt, Blickkontakt selten. Selbst einfache Dinge – wie das Servieren von warmem Essen – schienen nicht Teil der Verantwortung zu sein. Der Eindruck eines hochfunktionalen, aber emotional entkoppelten Systems blieb zurück.
Auch im ärztlichen Kontakt fehlte es an Empathie und Taktgefühl. Fragen bei der Aufnahme und auf der Reha-Station wirkten auf mich entwürdigend und ließen mich nicht als Patientin, sondern als Verdachtsfall erscheinen. Solche Situationen mögen medizinisch motiviert sein, ihr Ton und ihre Form entscheiden jedoch darüber, ob sich Menschen respektiert fühlen.
Wenn im Zuge der Krankenhausreform von Qualität die Rede ist, sollte diese deshalb umfassender verstanden werden. Neben Struktur, Erreichbarkeit und fachlicher Expertise gehört auch die menschliche Qualität des Umgangs zwingend dazu. Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Respekt sind keine Nebenaspekte, sondern zentral für Patientenzufriedenheit, Genesung und auch für die Arbeitszufriedenheit des Personals.
Erst wenn diese Dimension ernsthaft mitgedacht wird, kann man von wirklicher Qualität im Krankenhaus sprechen.
Ich arbeite im Krankenhaus und die Situation ist schlimm.Bei 50 Patienten sind 3 examinierte Pflegekräfte wovon 2 der deutschen Sprache nicht mächtig sind und kein medizinisches wissen haben. Es gibt 4 Geschäftsführer, 4 Leitungen, sie verdienen mehr als gut.
Die Pflegekräfte arbeiten bis zu 8 Tagen durch und haben noch einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen, wir haben Dauerlieger, die wegen Versorgungsproblemen stationär liegen. Es ist kein Akutkrankenhaus mehr sondern gleicht einem Altenheim, die ganze Struktur ist so veraltet. Die Pflege ist absolut unterbezahlt und es gibt keinen Nachwuchs mehr. Man wird beschimpft, bedroht und es kümmert niemanden.
Viele Häuser werden geschlossen obwohl der Bedarf da ist, wir sind überbelegt deswegen und trotzdem haben wir rote zahlen. Da fragt man sich, warum? Die Patienten sind unterversorgt aber die Bürokratie ist wichtiger, Hauptsache es ist dokumentiert.Das ist nur ein kleiner Teil von der Seite einer Krankenschwester, das ganze Gesundheitssystem ist an die Wand gefahren und kaputt gespart, da es nur noch um Profit geht und nicht mehr um die Patienten.
Hallo,
14tägiger KH Aufenthalt Klinikum Vest Recklinghausen.
46 jährige, krebskranke Gelähmte wurde von uns ( Familie/Freunde) 12 Stunden pro Tag versorgt. Waschen, Lagerung, Essengabe , Toilettengang im Stuhl, Körperpflege ( Creme).
Nachts wurde sie von der Pflege angefaucht, weil sie öfter geklingelt hat. Klingel hat die Zimmernachbarin übernommen. Patientin war immer kalt , Wärmeflasche wurde abgelehnt aber es gab laut Pflege keine Alternative. Klingelknopf haben wir unters Kinn geklebt damit sie mit dem Kinn klingeln konnte. Personal unfähig , Praktikanten, Auszubildende, eine exam. Pflegekraft für eine Station.
Arzt kam nach 3 Tagen nachdem wir mit der Polizei und Presse gedroht haben.
Persönliche Beschwerde, Ärztekammer informiert (nicht zuständig) 2 Beschwerde Mails geschickt, keine Rückmeldung!
Menschenunwürdig !
Liebe Redaktion, bleiben sie gesund , damit sie nicht in dieses System müssen
Wie Sie ersehen können, komme ich aus Lehrte. Hier gab es bis vor kurzem ein funktionierendes Krankenhaus. Jetzt müssen wir nach Großburgwedel oder Hannover.
Ich arbeite auch als Rentnerin noch ehrenamtlich mit hochbetagten Senioren und Behinderten einmal die Woche und stelle fest, dass vieles eine Zumutung ist. Die Personen können oft nicht von den Angehörigen oder Freunden im Krankenhaus besucht werden, weil der Anfahrtsweg mit dem Öffi zu kompliziert ist. Oder ich höre von den Personen, dass sie nach Brüchen über Stunden im Flur gesessen oder gelegen haben.
Oder, was leider heute oft passiert, die besagten Personen werden zu schnell nach Hause entlassen, der Partner/in ist dann oft selber eingeschränkt und kann kaum helfen und so kommt es oft erneut zu einer Einweisung ins Krankenhaus. Da die Nachsorge oft nicht gewährleistet ist, ist es jetzt schon häufiger passiert, dass die Personen im Pflegeheim landen und auch dortbleiben.
Musste vor 2 Monaten mit RTW ins Krankenhaus Lüneburg.
Konnte mein Knie fast nicht mehr bewegen, hohe Schmerzen. Dann in der Aufnahme 2 Stunden gewartet. Es war kaum auszuhalten. Da kam ein junge mit Vater dazu, bei dem jungen sollte nur der Verband am Bein gewechselt werden. Und eine andere Person.Er hatte keine Schmerzen und spielte sogar mit Handy rum. Der Arzt hatte mich dann behandelt und mein Knie eingerenkt. Danach hat es wieder 40 min gedauert, bis er meine Papiere fertig hatte .
Große Angst vor schlechter Versorgung„Woran denken Sie beim Thema Pflege?“
Das Titelthema der Januarausgabe von „Soziales im Blick“ widmete sich aktuellen Zahlen, nach denen immer mehr Menschen mit Sorgen auf ihr eigenes Älterwerden blicken. Demnach rechnet eine Mehrheit der Menschen in Deutschland im Pflegefall mit einer teuren und unzureichenden Versorgung. Die Ergebnisse unserer zurückliegenden Umfrage „Ihre Meinung zählt!“ hierzu zeigen, dass gerade beim Thema Pflege auch unter den SoVD-Mitgliedern eine große Verunsicherung besteht.
Seit Langem will die Bundesregierung Pflegebedürftige und Angehörige besser unterstützen und finanziell entlasten. Doch die Reformen blieben bisher ohne entscheidende Wirkung.
Wie schwierig die Situation vieler Betroffener ist, zeigen einzelne Kommentare zur SoVD-Umfrage: Leser*innen bemängelten bürokratische Hürden, etwa bei ärztlichen Verordnungen oder Anträgen bei Pflege- und Krankenkassen. Auch eine unzureichende Qualifikation und mangelnde Sprachkenntnisse vieler Pflegekräfte standen in der Kritik.
Foto Header: Daniel Berkmann / Adobe Stock


