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Rekordbeteiligung beim 11. SoVD-Inklusionslauf

Aktuelles Behinderung

Rund 5.000 Teilnehmende und Besucher*innen erlebten ein Sportfest, bei dem Inklusion und Gemeinschaft im Mittelpunkt standen.

Zwei Personen im Rollstuhl stehen vor dem Startbereich, dahinter eine größere Menschenmenge.
Beim SoVD-Inklusionslauf können alle mit und ohne Behinderung gemeinsam Spaß am Sport ausleben. Foto: Peter Kunze

Der 11. SoVD-Inklusionslauf lockte am 10. Oktober so viele Starter*innen wie noch nie auf das Tempelhofer Feld. Mehr als 1.200 Menschen beteiligten sich an den verschiedenen Läufen. Insgesamt besuchten rund 5.000 Menschen die Veranstaltung. Damit setzte der Inklusionslauf erneut ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Miteinander und gegenseitige Unterstützung.

Auch das Wetter spielte mit: Nachdem es in Berlin bis in die Nacht hinein geregnet hatte, blieb es am Veranstaltungstag fast durchgehend trocken und über weite Strecken sonnig.

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Gemeinsam für mehr Inklusion

Den Auftakt des Bühnenprogramms lieferte die Trommelgruppe der ufaFabrik. Anschließend begrüßte Moderator Toni Schmitt die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier auf der Bühne. Gemeinsam mit der diesjährigen Botschafterin, Paralympics-Siegerin Elena Semechin, eröffnete sie den 11. SoVD-Inklusionslauf.

Engelmeier freute sich über die wachsende Beliebtheit der Veranstaltung: „Es wird immer größer und immer besser. Das ist Inklusion pur!“ Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass Deutschland bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention noch viel aufzuholen habe. Gerade bei der Barrierefreiheit und der inklusiven Bildung gebe es erhebliche Defizite. Besonders im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Familien und Angehörige, die im Alltag häufig zusätzliche Belastungen tragen müssen.

Auch Elena Semechin betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Veranstaltung. „Die Barrieren fangen ja schon im Kopf an“, erklärte die sehbehinderte Schwimmerin. Wichtig seien Offenheit, gegenseitiges Verständnis und der gemeinsame Austausch. Der Inklusionslauf zeige, was möglich sei, wenn Menschen zusammenkommen: „Denn Sport verbindet!“

Ein besonderer Dank galt den zahlreichen ehrenamtlichen Helfer*innen, dem SoVD-Organisationsteam sowie den Kooperationspartnern, ohne deren Engagement die Veranstaltung nicht möglich wäre. Auch Schirmherr Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, unterstützte den Lauf mit einer Videobotschaft.

Von den Bambinis bis zum Staffellauf

Mit dem Bambinilauf stand anschließend der erste sportliche Höhepunkt an. Mehr als 100 Kinder mit und ohne Behinderungen bewältigten die 300 Meter lange Strecke, teils mit Unterstützung ihrer Eltern. Dabei stand vor allem die Freude an der gemeinsamen Bewegung im Vordergrund.

Auf der Bühne sorgte danach die inklusive Trommelgruppe Kifrie Musiketage mit ihren Rhythmen für Stimmung und heizte den Starter*innen der nächsten Läufe ein. Insgesamt 26 Staffeln gingen über viermal 400 Meter an den Start, darunter ein Team des SoVD-Landesverbandes Berlin-Brandenburg und gleich mehrere Mannschaften von downsyndromeberlin e. V.

Es folgten die Läufe über einen und 2,5 Kilometer. Hier waren unter anderem Helmut Ettzkorn aus dem SoVD-Bundesverbandsrat sowie der SoVD-Bundesjugendvorsitzende Tyll-Niklas Reinisch im Rollstuhl auf der Strecke.

SoVD zeichnet seine Superheld*innen aus

Ein besonderer Moment beim Inklusionslauf war die Ehrung der diesjährigen SoVD-Superheld*innen. Mit der Auszeichnung würdigt der Verband seit drei Jahren Menschen, die sich häufig im Hintergrund ehrenamtlich engagieren. „Wir haben immer viele Ehrungen für Funktionäre, die natürlich auch viel tun. Aber wir hatten eben nichts für die Leute, die da im Hintergrund arbeiten“, erklärte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.

Zu den Geehrten gehörte Ingrid Beyer aus Hannover, die sich seit 2003 im SoVD engagiert. Besonders beim Kampf um den Erhalt des Aegidius Hauses zeigte sie großen Einsatz. „Du hast nicht weggesehen. Du hast Protestaktionen organisiert, politische Gespräche geführt und damit öffentliche Aufmerksamkeit geschaffen“, würdigte Vorständin Sandra Fehlberg ihr Engagement.

Erstmals ging eine Auszeichnung an ein Ehepaar: Regina und Günther Ruckdäschel aus Michelau in Bayern. Seit 2011 setzen sie sich gemeinsam für die Menschen in ihrem Ortsverband ein. Engelmeier brachte die Bedeutung ihrer Arbeit auf den Punkt: „Menschen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind.“

Für 16 Jahre an der Spitze des Ortsverbandes Witzwort wurde Siegrid Voß ausgezeichnet. Die SoVD-Bundesfrauensprecherin Jutta König hob besonders ihre Hilfsbereitschaft hervor: „16 Jahre lang bist du die Konstante, die sich für alles einsetzt, die auch Menschen mitnimmt, die nicht so gut zu Fuß sind.“

Eine besondere Ehrung erhielt Annette Albrecht-Kesselhut aus Nienhagen. Sie war bereits im vergangenen Jahr für die Auszeichnung nominiert und bekam nun den „Sonderpreis für herausragende Projekte“. Neben ihrer Arbeit im Ortsverband engagiert sie sich unter anderem für die Herzkissenaktion, bei der Kissen für Brustkrebspatientinnen genäht werden. „Deine Superkraft ist Verlässlichkeit. Du übernimmst Verantwortung, behältst andere im Blick und machst aus vielen kleinen Taten gelebte Solidarität“, lobte Bruno Hartwig aus dem SoVD-Verbandsrat.

Alle Ausgezeichneten erhielten neben einer Urkunde auch eine finanzielle Unterstützung für ihre ehrenamtliche Arbeit. Unter großem Applaus kamen die Superheld*innen zum Abschluss für ein gemeinsames Gruppenfoto auf der Bühne zusammen.

Trotz Gegenwind ins Ziel

Mit Musik der Band Mendecino, die unter anderem Songs von Nena und Gerhard Gundermann spielte, ging es zum letzten sportlichen Höhepunkt des Tages über. Gut 500 Starter*innen machten sich auf die fünf und zehn Kilometer langen Strecken. Das bedeutete eine beziehungsweise zwei Runden über die Start- und Landebahnen des ehemaligen Flughafens.

Dabei erwies sich der Wind als tückisch: Auf der ersten langen Geraden gab er den Läufer*innen noch Rückenwind, auf dem Rückweg kam er ihnen jedoch entgegen und bremste das Feld ein wenig aus. Spätestens in Sichtweite des Zielbogens mobilisierten die Teilnehmenden aber noch einmal ihre letzten Kräfte. Die motivierenden Trommelrhythmen vom Streckenrand halfen dabei.

Nach und nach erreichten alle erschöpft, aber glücklich das Ziel. Dort warteten neben der wohlverdienten Finisher-Medaille auch Wasser und Äpfel, um die Energiereserven wieder aufzufüllen.

Vielfältiges Programm abseits der Strecke

Wer gerade nicht selbst lief oder die Teilnehmenden anfeuerte, konnte währenddessen das vielfältige Begleitprogramm erkunden. Dazu gehörten ein Mitmachparcours, ein Kinderspielbereich und verschiedene kulinarische Angebote.

In den Ausstellerzelten präsentierten sich unter anderem der SoVD-Bundesverband, der Landesverband Berlin-Brandenburg mit seinem Sozialmobil sowie die SoVD-Berufsbildungswerke Nordic CAMPUS und BBW Stendal.

Vor dem Heimweg konnten sich alle Teilnehmenden außerdem eine Urkunde mit ihrer persönlichen Laufzeit ausdrucken lassen. Doch neben Urkunden und Medaillen bleiben vor allem die vielen Begegnungen, die gemeinsamen Erlebnisse und die Freude an einem Sportfest, bei dem alle willkommen sind. So zeigte der 11. SoVD-Inklusionslauf einmal mehr, wie gelebte Inklusion aussehen kann.

Fotos vom Inklusionslauf