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Frühstart-Rente kommt: SoVD warnt vor Risiken

Aktuelles Rente

Die Änderungen bei der Rente betreffen jetzt auch die Jüngsten. Mit 10 Euro im Monat will der Staat die Altersvorsorge von Kindern unterstützen. Der SoVD weist auf problematische Aspekte hin.

Mutter und Tochter sitzen an einem Tisch, auf dem ein Sparschwein steht. Sie werfen eine Münze hinein.
Eine frühe Vorsorge kann sich lohnen. Als Ergänzung zum Sparschwein soll bald die "Frühstart-Rente" kommen. Foto: Lumos sp / Adobe Stock

Mit der geplanten Frühstart-Rente will die Bundesregierung Kinder ab dem sechsten Lebensjahr beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge unterstützen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat den Gesetzentwurf nun in die Ressortabstimmung gegeben. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) begrüßt zwar das Ziel, frühzeitig für das Alter vorzusorgen, kritisiert jedoch den eingeschlagenen Weg.

So funktioniert die Frühstart-Rente

Nach den Plänen der Bundesregierung zahlt der Staat für jedes anspruchsberechtigte Kind vom sechsten Geburtstag bis zur Volljährigkeit monatlich zehn Euro in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot ein. Über den gesamten Förderzeitraum summiert sich die staatliche Förderung auf 1.440 Euro. Das Geld soll langfristig am Kapitalmarkt angelegt werden und bis zum Renteneintritt weiter wachsen.

Zusätzlich können Eltern oder andere Angehörige eigenes Geld einzahlen – bis zu 6.840 Euro pro Jahr. Die Erträge bleiben bis zur Auszahlungsphase steuerfrei. Ausgezahlt werden kann das angesparte Vermögen grundsätzlich erst im Rentenalter.

Eröffnen Eltern kein eigenes Depot, soll die staatliche Förderung automatisch in ein staatlich verwaltetes Sondervermögen fließen. Mit Erreichen der Volljährigkeit wird das Guthaben anschließend in ein eigenes Altersvorsorgedepot übertragen. So soll sichergestellt werden, dass alle anspruchsberechtigten Kinder von der Förderung profitieren.

Regierung will Chancengleichheit erhöhen

Die Bundesregierung begründet das Vorhaben damit, dass Altersvorsorge bislang häufig vom Einkommen und Vermögen der Eltern abhänge. Mit der Frühstart-Rente solle jedes Kind unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie ein eigenes Startkapital für die private Altersvorsorge erhalten.

Der SoVD bewertet dieses Ziel grundsätzlich positiv. „Die Idee, bereits ab dem Kindesalter für die Alterssicherung vorzusorgen, ist grundsätzlich nachvollziehbar und begrüßenswert", sagte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Kritisch sieht der Verband jedoch, dass die Förderung erneut auf ein kapitalgedecktes Modell setzt. Engelmeier warnt davor, die Fehler der Riester-Rente zu wiederholen. Die Frühstart-Rente dürfe nicht wieder in erster Linie den Finanz- und Versicherungskonzernen zugutekommen.

SoVD: Gesetzliche Rente stärken

Zudem bezweifelt der SoVD, dass das Modell soziale Ungleichheiten tatsächlich abbaut. Zwar erhalten alle Kinder den gleichen staatlichen Zuschuss. Die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 6.840 Euro jährlich einzuzahlen, können jedoch vor allem einkommensstarke Familien nutzen. Diese profitieren dadurch über Jahrzehnte von höheren Kapitalerträgen, während Familien mit geringem Einkommen meist auf den staatlichen Zuschuss beschränkt bleiben.

Aus Sicht des SoVD wäre es sinnvoller gewesen, „alle Kraft in die Stärkung der gesetzlichen Rente zu stecken und sie in eine Erwerbstätigenversicherung auszubauen“, so Michaela Engelmeier. Der Verband sieht darin den nachhaltigeren Weg, die Altersvorsorge langfristig für alle Menschen zu sichern.