Am 8. September traf sich die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier mit Bernd Rützel, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, zum Gespräch über die Zukunft der Rente. Beide waren sich einig: Die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Beitragsjahren muss erhalten bleiben. „Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge eingezahlt hat, verdient Verlässlichkeit und Respekt – und die Gewissheit, im Alter gut abgesichert zu sein“, machte die SoVD-Vorstandsvorsitzende deutlich. Für den SoVD stehe fest: Beim Renteneintritt darf sich nichts zum Nachteil der Menschen ändern.
Vor der Sommerpause hatte die Rentenkommission der Bundesregierung einen Katalog mit insgesamt 33 Empfehlungen vorgelegt – darunter auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren („Rente mit 63“).Dazu gab es Kritik und erheblichen Widerstand, aus der SPD, aber auch aus der CDU und den Oppositionsparteien, die an der alten Regelung festhalten wollen.
Der SoVD fordert, die gesetzliche Rente zu stärken. Gute Löhne und eine bessere rentenrechtliche Absicherung von Zeiten der Kindererziehung, Pflege und Arbeitslosigkeit sind dabei wesentlich. Angesichts des zuletzt von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ausgewiesenen durchschnittlichen Renteneintrittsalters von 64,7 Jahren weist der SoVD zudem die Forderungen nach einem noch höheren Rentenalter zurück.
Der Verband bekräftigt stattdessen seine Forderung nach guten Arbeitsbedingungen, damit Menschen möglichst lange gesund arbeiten können. Nach Angaben der DRV lag die durchschnittliche Altersrente Ende 2025 bei 1.195 Euro im Monat. Frauen erhielten im Schnitt 994 Euro, Männer 1.449 Euro. Für den SoVD zeigen diese Zahlen, dass bei der Alterssicherung weiterhin großer Handlungsbedarf besteht. „Eine durchschnittliche Altersrente von weniger als 1.200 Euro ist zu wenig“, so Engelmeier. Besonders alarmierend: Frauen erhalten im Schnitt nicht einmal 1.000 Euro. „Hier zeigt sich, wie sich niedrigere Löhne, Teilzeit und die Übernahme von Sorgearbeit über das gesamte Erwerbsleben bis in die Rente auswirken.“
Bei ihrem Treffen betonte die SoVD-Vorstandsvorsitzende, es sei „gut zu wissen, Bernd Rützel bei diesem wichtigen Thema an unserer Seite zu haben“. Man bleibe im Austausch und setze sich weiterhin gemeinsam für eine gerechte und verlässliche Rente ein, sagte Engelmeier.
Wenn die Rentenreform noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden soll, muss es allerdings seitens des Ministeriums baldmöglichst ein Referentenentwurf geben, ohne den kein Kabinettsbeschluss möglich ist. Erst dann kann der Bundestag weiter beraten.

