Sie befinden sich hier: Sozialverband Deutschland e.V. > Informieren > SoVD-Zeitung > Neues aus der SoVD-Zeitung > Entgeltgleichheit endlich gesetzlich festlegen


SoVD - Sozialverband Deutschland e.V. - Startseite

Entgeltgleichheit endlich gesetzlich festlegen

Hier die Beschreibung des Bildes

Im Schulterschluss mit dem DGB und dem Deutschen Frauenrat veranstaltet der SoVD jedes Jahr zum Equal Pay Day eine große Protestkundgebung am Brandenburger Tor. Foto: Wolfgang Borrs

Immer noch erhalten in Deutschland arbeitende Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Das gilt auch dann, wenn sie exakt die gleiche Tätigkeit verrichten. Der SoVD setzt sich deshalb seit Jahren unter anderem dafür ein, dass per Gesetz mehr Lohngerechtigkeit unter den Geschlechtern festgelegt wird. Seit Dezember 2015 nun liegt endlich der Entwurf zum Entgeltgleichheitsgesetz im Kanzleramt. Der SoVD begrüßt den Vorschlag von Frauenministerin Manuela Schwesig ausdrücklich. Gleichzeitig fordert der Verband jedoch eine Beschleunigung der Prozesse. Denn auch fast ein Jahr nach Vorlage wurde der Gesetzentwurf noch nicht im Bundeskabinett verhandelt.

Eine Vielzahl gleichstellungspolitischer Maßnahmen, an denen der SoVD maßgeblich beteiligt war, konnte in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt werden. So bedeutet die Einführung der Frauenquote einen ersten wichtigen Schritt zu mehr Gleichberechtigung. Durch die bundesweiten SoVD-Kampagnen zum Equal Pay Day konnten die im SoVD organisierten Frauen im Schulterschluss mit befreundeten Organisationen und Verbänden ein stärkeres Bewusstsein für die bestehende Lohnungerechtigkeit schaffen – verbunden mit konkreten Forderungen, wo weitere Verbesserungen ansetzen müssen. Dazu sagt Bundesfrauensprecherin und SoVD-Präsidiumsmitglied Edda Schliepack: „Das Entgeltgleichheitsgesetz ist überfällig. Wir fordern die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen auf, Lohnstrukturen zu überprüfen und die Benachteiligung von Frauen zu korrigieren.“

Frauen arbeiten öfter im Niedriglohnsektor

Nicht allein die Lohnungerechtigkeit wirkt sich nachteilig für eine Vielzahl von Frauen aus. Immer wieder weist der Verband mit Nachdruck darauf hin, dass Frauen außerdem häufig im Niedriglohnsektor beschäftigt sind. Zudem arbeiten Frauen häufig in Teilzeit, weil sie Kinder erziehen oder Angehörige pflegen und haben insgesamt geringere Aufstiegschancen als Männer. Demzufolge sind Frauen im Alter viel häufiger von Armut betroffen als Männer, insbesondere dann, wenn sie alleinerziehend waren. SoVD-Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack stellt dazu fest: „Die Bundesländer sind dringend gefordert, durch einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu verbessern.“

ElterngeldPlus verbessert die Rahmenbedingungen für Eltern

Der Verband begrüße, dass sich mit der Einführung des ElterngeldPlus die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert hätten, führt die SoVD-Bundesfrauensprecherin weiter aus. Allerdings überfordere die Komplexität der ElterngeldPlus-Anträge viele Antragstellerinnen und Antragsteller, so Schliepack. ElterngeldPlus können Eltern nutzen, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren sind.

Als wichtigen Schritt in die richtige Richtung wertet der Verband außerdem das Modellprojekt KitaPlus.

Was bedeutet KitaPus?

Noch immer scheitern flexible Arbeitszeitmodelle oft daran, dass die Öffnungszeiten der Kinderbetreuung nicht mit dem Alltag einhergehen. Im Januar 2016 ist deshalb ein Pilotprojekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestartet. Unter dem Titel „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ fördert das BMFSFJ darin erweiterte und „passgenaue“ Betreuungszeiten in Kitas und in der Kindertagespflege. Diese kommen insbesondere Eltern zugute, die im Schichtdienst, sehr früh morgens, in den Abendstunden oder am Wochenende arbeiten. Auch Alleinerziehende werden erheblich entlastet. Investiert wird in dem Pilotprojekt u.?a. in Personalausgaben zur Sicherstellung erweiterter Öffnungszeiten sowie in Sachkosten und Weiterbildung.

Zur Ausgabe Oktober 2016 der SoVD-Zeitung




>> Zum Seitenanfang