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Weichen für ein aktives Alter stellen

Hier die Beschreibung des Bildes

Von links: Ingo Nürnberger (DGB), Dr. Natalie Brall (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Moderator Klaus Michaelis (Sozialpolitischer Ausschuss des SoVD) und Adolf Bauer (Präsident des SoVD) diskutierten über die Kaufkraftverluste der Renten.

Der SoVD war auf dem 10. Deutschen Seniorentag mit einem Messestand, Sprechstunden des Vorstandes und Podiumsdiskussionen stark präsent. Auf seinen Veranstaltungen stellte der SoVD konkrete Lösungsvorschläge vor. Die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident setzten in ihren Reden auf das Engagement der Senioren.

Der 10. Seniorentag stand unter dem optimistischen Motto "Ja zum Alter!". In ihrer Begrüßung stellte die BAGSO-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr fest: "Dass wir älter werden, daran können wir nichts ändern. Aber wie wir älter werden, das haben ? zum Teil wenigstens ? wir selbst in der Hand."

Lebenslanges Lernen, gesellschaftliches Engagement und selbstbestimmtes Wohnen waren Themenblöcke des Seniorentages. Zur gesellschaftlichen Teilhabe gehört aber auch soziale Sicherheit. Mit diesem Thema beschäftigten sich die Veranstaltungen des Sozialverband Deutschland.

Frauen droht Armut

Die Podiumsdiskussion "Die alleinstehende Frau im Alter ? soziale Teilhabe sichern" widmete sich der alarmierenden Situation vieler Frauen, die zur großen Gruppe der Geringverdiener gehören und besonders häufig von Altersarmut betroffen sind. Zwei SoVD-Mitglieder schilderten ihre prekäre Situation als alleinerziehende und berufstätige Mutter beziehungsweise als Rentnerin. SoVD-Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack wies darauf hin, dass die geplante Zusatzrente ein "Notpflaster" bleibe, weil sie nur einem kleinen Teil der Frauen zugute kommen werde.

Zu wenig Dankbarkeit?

Bundespräsident Joachim Gauck nannte dagegen in seiner Rede die heutige ältere Generation "...die wohlhabendste und gesündeste, die es in Deutschland je gegeben hat." Seine Anmerkung, dass sie mehr Dankbarkeit zeigen solle, sorgte bei vielen Zuhörern für Unmut.

Falsche Richtung der Politik

Die SoVD-Veranstaltung "Wie schützen wir unsere Rente gegen Kaufkraftverluste?" präsentierte die Realität der Mehrheit der Rentner in Deutschland. Nur 10 Prozent  der 64-Jährigen gehen aus einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit in die Rente, das Renteneinstiegsniveau sinkt kontinuierlich. SoVD Präsident Adolf Bauer bekräftigte die Forderung des SoVD nach Abschaffung der willkürlichen Rentenkürzungs- und Nachhaltigkeitsfaktoren und forderte die Bundesregierung auf, die Renten wieder an die Löhne zu koppeln bei gleichzeitiger und dringender Verbesserung des Arbeitsmarktes.

Die Rente mit 67 lehnen Sozialverbände und Gewerkschaften einhellig ab, weil sie nach ihrer Überzeugung die Realität der Arbeitswelt ignoriert. Die Wirtschaft sage nicht "Ja zum Alter". Nach wie vor würden lieber Jüngere eingestellt, ältere Arbeitnehmer müssen die gleichen Leistungen erbringen wie ihre jüngeren Kollegen. Klaus Michaelis, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses (SPA) hält die Arbeit des SoVD für nötiger denn je: "Was wäre, wenn wir nicht so aktiv und engagiert Leistungsverbesserungen einfordern würden? Dann würde noch viel rücksichtsloser mit den Rentnern umgegangen werden. Dann wäre der soziale Abstieg noch viel stärker politisch programmiert."

Auf der Messe präsent

Die Seniorenmesse SenNova ist ein wichtiger Bestandteil des Seniorentages, um Mitglieder zu werben, Öffentlichkeit herzustellen und Kontakte zu knüpfen. Diesmal betreute der Landesverband Hamburg den SoVD-Stand, verteilte Prospekte und informierte die Besucher über Aufgaben und Ziele des Sozialverbandes. Der 1. Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg, Klaus Wicher, hielt ebenso Sprechstunde ab wie Präsident Adolf Bauer, Vizepräsident Gerhard Renner, SPA-Vorsitzender Klaus Michaelis, Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack und die Vorsitzende des Arbeitskreises Sozialversicherung Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer. Vizepräsident Gerhard Renner machte klar: "Für die Besucher ist unser Stand interessant, weil wir ein vielseitiges Angebot haben. Die meisten sind aus persönlicher Betroffenheit oder aus beruflichem Interesse an unseren Informationen interessiert."

Merkel bleibt unverbindlich

Mit Spannung wurde die Rede der Bundeskanzlerin erwartet. Angela Merkel hatte auf dem letzten Seniorentag die Rentenangleichung Ost-West bis 2011 versprochen, die bisher ausblieb. Diesmal hielt sie sich mit konkreten Verpflichtungen zurück. Stattdessen warb sie für Zustimmung zur Demografiestrategie der Bundesregierung und betonte, dass aus demografischen Gründen eine spätere Verrentung unvermeidbar sei. Zwar konstatierte sie, dass sich die Wirtschaft noch nicht auf ältere Arbeitnehmer eingestellt habe, zeigte sich aber optimistisch, da " die Anzahl derer, die jenseits des 55. Lebensjahres im sozialversicherungspflichtigen Bereich Beschäftigung haben, in den letzten Jahren massiv gestiegen ist." SoVD-Präsident Adolf Bauer zeigte sich enttäuscht von der Rede Merkels: "Die Bundeskanzlerin hat sich im Unverbindlichen bewegt. Sie ist viele Antworten schuldig geblieben."

Lösungen sind jetzt nötig

Auf dem 10. Seniorentag wurde deutlich: das Bild, das die Politik von der gesellschaftlichen Situation der Senioren entwirft, ist ein idealistisches Zukunftsbild und hat mit der jetzigen Realität wenig zu tun. Der SoVD als Vertretung sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen kennt die Praxis. Auf Veranstaltungen wie dem Seniorentag sorgt er dafür, dass die theoretischen Modelle der Politik mit der Realität konfrontiert werden. Der SoVD  hat auf seinen Veranstaltungen auf dem Seniorentag konkrete Lösungen vorgestellt, die zukünftigen und jetzigen Rentner zugute kommen sollen.

Zur Ausgabe 2012 der SoVD-Zeitung




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