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Wohnungsmangel: Viele Menschen leben in zu kleinen Wohnungen

Sprichwörtlich ist „Platz in der kleinsten Hütte“. Doch viele Menschen in Deutschland haben bei Weitem nicht den Raum, den sie bräuchten. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts leben mehr als fünf Millionen Menschen in zu kleinen Wohnungen. Besonders hoch ist dabei der Anteil von Alleinerziehenden und armutsgefährdeten Personen. 

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lebten im Jahr 2017 sieben Prozent der Menschen in zu kleinen Wohnungen. 

Als überbelegt gilt eine Wohnung dann, wenn beispielsweise ein Gemeinschaftsraum fehlt oder die Kinder nicht genügend Platz haben. Dies ist der Fall, wenn mehr als zwei Kinder sich ein Kinderzimmer teilen, oder Bruder und Schwester, beide im Teenageralter, ein gemeinsames Zimmer nutzen. 

Wohnungsmangel trifft Alleinerziehende

Besonders häufig leben armutsgefährdete Personen und Alleinerziehende mit ihren Kindern in zu kleinen Wohnungen. In diesen Personengruppen ist jeweils fast ein Fünftel davon betroffen. 

Zudem kommt Wohnraummangel in den Städten häufiger vor. Hier betrifft er elf Prozent der Bevölkerung, während auf dem Land nur vier Prozent in Wohnungen leben, die ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden. 

Umzug scheitert am Geld

Viele Menschen, deren Wohnungen eigentlich zu klein sind, finden keine passenden Alternativen, die genügend Platz bieten. Vor allem Geringverdiener können sich keine größere Wohnung leisten und bleiben deshalb in ihren engen Räumlichkeiten. 

Umgekehrt leben gerade Senioren oft in recht großen Wohnungen, wie eine Studie des Pestel-Instituts zeigt. Für sie wäre ein Umzug vielleicht attraktiv. Allerdings sind kleine Wohnungen heute oft teurer als die großen Wohnungen mit einem alten Mietvertrag. 

Problem taucht in SoVD-Gutachten auf

Der SoVD hat im Oktober vergangenen Jahres sein Gutachten zum Thema Wohnen vorgelegt. Auch dort taucht das Problem der Überbelegung bei Haushalten, die sich aufgrund steigender Mieten keine angemessene Wohnung leisten können, auf. 

Der Verband bezeichnet es als staatliche Aufgabe, angemessenen Wohnraum bereitzustellen und fordert ein umfassendes Investitionsprogramm, bei dem der soziale Wohnungsbau eine Schlüsselrolle einnehmen müsse. 

Dann könnten auch Menschen mit geringem Einkommen in Wohnungen leben, die zu ihren Lebensumständen passen. 

Mehr Informationen beitet der Verband unter https://www.sovd.de/guteswohnen/.