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Wohnungen für Studierende werden teurer

Wenn im Oktober das Wintersemester beginnt, freuen sich viele junge Menschen auf den Start ihres Studiums. Doch die eigenen vier Wände sind für die angehenden Akademiker oft zu teuer. Laut dem „Studentenwohnreport“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind die Mieten in Uni-Städten zuletzt deutlich gestiegen. 

Wohnungsmieten werden für Studierende zu einer immer größeren finanziellen Belastung. Für eine studentische Musterwohnung sind in allen 30 untersuchten Hochschulstädten neue Höchstpreise zu verzeichnen. Verschärft hat sich die Situation besonders in Großstädten. 

Für den Report untersuchten die Wissenschaftler die Mieten für 30 Quadratmeter große Wohnungen im Umfeld der Universitäten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise durchschnittlich um 4,6 Prozent gestiegen. 

Ein Viertel lebt weiter bei den Eltern

Mit Abstand am teuersten ist das Wohnen in München. Hier müssen Studierende im Schnitt 717 Euro bezahlen. Mit 505 Euro liegt Frankfurt auf Platz 3. Für Berlin errechneten die Autoren eine Miete von 400 Euro. In der Hauptstadt ist dabei die jährliche Steigerung seit 2009 mit sieben Prozent am höchsten. In Frankfurt haben die Preise im Vergleich zum letzten Jahr mit acht Prozent am stärksten angezogen. Den günstigsten Wohnraum gibt es in Bochum (287 Euro), Leipzig (278 Euro) und Magdeburg (251). 

Die steigenden Mieten haben zur Folge, dass immer mehr junge Menschen auch während ihres Studiums bei den Eltern wohnen. Der Anteil liegt mittlerweile bei 25 Prozent. Zugleich steigt auch die Zahl der Wohngemeinschaften. Fast ein Drittel aller Hochschüler lebt mit anderen zusammen. 2003 waren es lediglich 22 Prozent. 

BAföG reicht nicht für die Miete

Eine weitere Erkenntnis aus dem Report: Im BAföG-Höchstsatz sind 325 Euro Kosten für die Unterkunft vorgesehen. Mit diesem Betrag lässt sich in kaum einer Stadt die Miete bezahlen, selbst ohne Nebenkosten. 

Im Schnitt haben Studierende ein Nettoeinkommen von 900 Euro im Monat zur Verfügung. Diese Zahl ist in den letzten Jahren stagniert, sodass sie einen immer größeren Teil ihres Geldes für die Miete aufbringen müssen. 

Der SoVD hat auf den fehlenden Wohnraum, gerade für Menschen mit geringen Einkommen, hingewiesen und von der Politik mehr Engagement beim Bau neuer, bezahlbarer Wohnungen gefordert.