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Wann zahlen Kinder für ihre Eltern?

Viele Menschen können im Alter ihren Alltag nicht mehr zu Hause bewältigen. Sie benötigen aufgrund einer körperlichen oder geistigen Erkrankung beziehungsweise Behinderung einen Platz in einer Pflegeeinrichtung. Doch die Leistungen der Pflegeversicherung reichen oft nicht, um die Heimkosten zu decken. Ein Ratgeber der Verbraucherzentrale informiert über Unterhaltspflichten und deren Grenzen.

Teilweise können die Betroffenen die Lücken durch eigene Rücklagen, manchmal auch durch den Verkauf ihres Hauses oder ihrer Wohnung schließen. In anderen Fällen sind Angehörige in der Lage, auch freiwillig eine Teilfinanzierung der Pflegekosten zu übernehmen.

Sozialamt springt für nicht gedeckte Kosten ein

Wenn das eigene Vermögen im Alter nicht reicht, um den Lebensunterhalt zu stemmen, die eventuell notwendig gewordene Pflege zu Hause oder in einem Heim zu zahlen, die Versicherung aber nicht alle Kosten übernimmt und auch niemand sonst dafür aufkommt, ist der Staat in der Pflicht. Das bedeutet: Das Sozialamt springt ein und streckt das Geld vor. Bei etwa einem Drittel der Heimbewohnerinnen und -bewohner ist dies der Fall.

Anschließend versuchen die Ämter jedoch, sich einen Teil des Geldes von den Kindern der Pflegebedürftigen zurückzuholen. Wenn ein solches Aufforderungsschreiben des Sozialamtes eintrifft, geraten viele Menschen in Bedrängnis.

Ratgeber nimmt ersten Schrecken

Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Elternunterhalt. Kinder haften für ihre Eltern“ klärt auf und nimmt Betroffenen den ersten Schrecken. Denn der Zahlungspflicht sind Grenzen gesetzt. So gelten in der Praxis große Freibeträge: Der Elternunterhalt soll den angemessenen Lebensbedarf der Kinder nicht verschlechtern. Auch die eigene Altersvorsorge und andere finanzielle Verpflichtungen dürfen nicht gefährdet werden. Ein Elternteil kann außerdem auch seinen Anspruch verwirken.

Antworten und Beispiele

Der Ratgeber beantwortet anhand einer Musterfamilie die wichtigsten Fragen rund um den Elternunterhalt und bietet für unterschiedliche Familienkonstellationen und Problemstellungen nachvollziehbare Rechenbeispiele. Das Buch vermittelt die Grundlagen des Elternunterhaltsrechts und bereitet die Betroffenen auf eventuelle Auseinandersetzungen mit dem Sozialhilfeträger vor.

Info

Der Ratgeber „Elternunterhalt. Kinder haften für ihre Eltern“ hat 176 Seiten und kostet 14,90 Euro, als E-Book 11,99 Euro. Er kann im Onlineshop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de bestellt werden oder telefonisch unter: 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.