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Rentenpaket: Schritt in die richtige Richtung – SoVD sieht weiteren Reformbedarf

Die Spitzen der Großen Koalition haben sich auf ein Rentenpaket geeinigt und möchten es noch am Mittwoch im Bundestag beschließen. Das Rentenniveau soll bis 2025 auf dem heutigen Stand von 48 Prozent liegen. Außerdem kam es zu einen Kompromiss bei der Mütterrente. 

Mit der sogenannten „doppelten Haltelinie“ will die Bundesregierung das Rentenniveau der nächsten Jahre sichern. Bis 2025 soll es auf der derzeitigen Höhe von 48 Prozent des Durchschnittslohns bleiben. Die Beiträge, die Arbeitnehmer zahlen, sollen bis dahin nicht über den Wert von 20 Prozent steigen. Momentan liegt die Belastung bei 18,6 Prozent. 

SoVD-Präsident Adolf Bauer äußerte sich dazu in einem Statement. Er sagte: „Es ist sehr zu begrüßen, dass das Absinken des Rentenniveaus gestoppt werden soll. Damit bewegt sich die Bundesregierung einen Schritt auf unsere Forderung zu, den Wertverlust der Renten nicht länger sehenden Auges zu dulden.“

Zugleich forderte er weitere Maßnahmen für eine armutsfeste Rente. Der Verband setzt sich dafür ein, zum früheren Rentenniveau von 53 Prozent zurückzukehren. 

Kompromiss bei der Mütterrente

Das Rentenpaket enthält außerdem Verbesserungen bei der Mütterrente. Im Koalitionsvertrag war geplant, dass Frauen mit mindestens drei vor 1992 geborenen Kindern jeweils einen Rentenpunkt zusätzlich erhalten. Diese Regelung hätte einem Großteil der Frauen keine Verbesserungen gebracht, wie auch auf der 14. Frauen-Alterssicherungskonferenz thematisiert wurde. 

Durch die jetzt gefundene Einigung bekommen alle Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern einen halben Punkt zusätzlich. Die Höhe des Rentenpunkt unterscheidet sich jedoch zwischen Ost und West. 

Adolf Bauer kritisiert Ungleichbehandlung

SoVD-Präsident Adolf Bauer bezeichnete den Kompromiss als Verbesserung, mahnte aber zugleich: „die Ungleichbehandlung bei der Mütterrente und die systemwidrige Finanzierung aus Mitteln der Rentenversicherung bleiben falsch.“ 

Änderungen gibt es zudem bei der Erwerbsminderungsrente. Künftig sollen Betroffene, anders als heute, so behandelt werden, wie wenn sie bis zum aktuellen Rentenalter gearbeitet hätten. Davor wurde nur bis zum 62. Geburtstag angerechnet.