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Pflegende Angehörige haben Anspruch auf Urlaub

In der Ferienzeit genießen viele eine unbeschwerte Zeit und erholen sich vom stressigen Alltag. Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, gönnt sich dagegen selten eine Auszeit. Leistungen im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege ermöglichen es jedoch gerade diesem Personenkreis, wieder neue Kraft zu tanken.

Die Pflege eines Familienangehörigen findet meist rund um die Uhr statt und muss auch an Wochenenden und Feiertagen erledigt werden. Zusätzlich müssen sich Betroffenen auch noch um die eigenen Belange kümmern, gehen möglicherweise zusätzlich noch einer Beschäftigung nach. Angesichts dieser mehrfachen Belastung ist es wichtig auf die eigene Gesundheit zu achten.

Verhinderungspflege ermöglicht Auszeit

Kann die Pflege für kürzere Zeit, etwa bei einem Arztbesuch, oder auch für länger nicht geleistet werden, zahlt die Pflegekasse für einen Ersatz. Die Verhinderungspflege kann für bis zu 42 Tage im Jahr in Anspruch genommen werden und ermöglicht dadurch auch einen Urlaub vom anstrengenden Pflegealltag. In Anspruch nehmen können diese Leistung sowohl Angehörige als auch Freunde oder Nachbarn, die sich um den Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in der häuslichen Umgebung kümmern. Voraussetzung ist grundsätzlich der Pflegegrad 2.

Auch gemeinsamer Urlaub ist möglich

Entspricht eine solche Ersatzpflege nicht den individuellen Bedürfnissen, kommt auch eine sogenannte Kurzzeitpflege in Betracht. Bei dieser Variante wird die zu pflegende Person in einer Einrichtung rund um die Uhr versorgt. Wer Sorge hat, den Angehörigen während der eigenen Ferien quasi „im Stich zu lassen“, kann eine solche Unterkunft kann auch in der Nähe des Urlaubsortes suchen. Als einen besonderen Service bieten immer mehr Pflegehotels inzwischen auch eine gemeinsame Unterbringung an.

Details zum geplanten Urlaub rechtzeitig klären

Wer Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen möchte, sollte frühzeitig einen entsprechenden Antrag bei der Pflegekasse stellen. Dort erhält man auch Auskunft über die in Frage kommenden Anbieter und die Übernahme der Kosten. Unterbringung und Verpflegung müssen Betroffene grundsätzlich aus eigener Tasche finanzieren. Sie können sich die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen jedoch erstatten lassen – etwa über den 2017 geschaffenen Entlastungsbetrag. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über das Zentrum für Qualität in der Pflege.

Übrigens: Auch ohne eine festgestellte Pflegebedürftigkeit ist eine Kurzzeitpflege möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die anfallenden Kosten. Erkundigen Sie sich also gegebenenfalls auch hier nach Ihren Möglichkeiten!