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Ostdeutsche Kommunen laut Studie wirtschaftlich abgehängt

Der Wohlstand in Deutschland ist regional unterschiedlich verteilt. Das belegt der kommunale Finanzreport der Bertelsmann Stiftung. Laut dieser Studie befinden sich 39 der 40 finanzschwächsten Kommunen im Osten der Republik.

Die Lebensumstände lassen sich immer deutlicher an der Postleitzahl ablesen. Denn die Wirtschaftskraft einer Stadt oder Gemeinde bestimmt natürlich auch deren Attraktivität als Wohnort. Während wohlhabende Gegenden weiter wachsen, ziehen mehr und mehr Menschen und Unternehmen aus ärmeren Kommunen weg. In der Folge sinkt dort das Steueraufkommen und die Sozialausgaben steigen.

Deutschland ist mehrfach geteilt

Während die 40 Kommunen mit den höchsten Steuereinnahmen bis auf eine ausnahmslos im Westen liegen, verhält es sich mit den steuerschwächsten Kommunen genau umgekehrt. Die Gegensatzpaare Arm und Reich teilen das Land jedoch nicht nur in Ost und West. Immer stärker hebt sich auch der wirtschaftlich starke Süden vom schwächelnden Norden ab. An der Spitze der wohlhabenden Bundesländer stehen Bayern und Baden-Württemberg. Hier wird im Vergleich zu finanzschwachen Orten teilweise das Siebenfache an Steuermitteln pro Einwohner eingenommen.

Arme Länder stecken in der Schuldenfalle

Die gute wirtschaftliche Entwicklung hat in den letzten Jahren bundesweit insgesamt zu höheren Steuereinnahmen geführt. Dadurch konnten auch klamme Kommunen ihre Verschuldung reduzieren. Neben einigen positiven Beispielen weist die Studie der Bertelsmann Stiftung jedoch darauf hin, dass die Mehrzahl der verschuldeten Städte sich aus eigener Kraft nicht mehr aus der Misere befreien kann. So lassen sich etwa Sozialausgaben kaum steuern. Ein Beispiel illustriert diese Zwickmühle: Bezieht in München von 22 Einwohnern gerade mal eine Person Arbeitslosengeld (ALG) II, lebt in Gelsenkirchen bereits jeder Vierte von Hartz IV. Die Bundesregierung ist bereits seit Längerem bemüht, in ganz Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.