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Neubauten für Durchschnittsverdiener zu teuer

Wohnraum wird dringend gebraucht. Deshalb ist es gut, wenn durch Neubauten neue Wohnungen zur Verfügung stehen. Wie eine Studie jetzt ermittelt hat, können sich allerdings viele Haushalte die Miete für die so entstehenden Wohnungen nicht leisten.

Nach einer Faustregel sollten Haushalte maximal 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete ausgeben müssen, um mit ihrem Budget zurechtzukommen. Doch die aufgerufenen Preise für Mietwohnungen in Neubauten übersteigen diesen Satz oft deutlich. 

Eine Untersuchung, die das ARD-Magazin Panorama bei der Immobiliendatenfirma empirica-systems in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass sich viele Haushalte nicht leisten können, in eine Neubauwohnung zu ziehen. Für die Studie haben die Experten errechnet, wie viel ein durchschnittlicher Haushalt in seiner Region für die Miete einer Neubauwohnung ausgeben muss. Als Basis dienten real angebotene 3-Zimmer-Wohnungen. 

Großstädte besonders teuer

Das Ergebnis: Insbesondere in den Großstädten sind Neubauten für viele Einwohner zu teuer. In Berlin beispielsweise müsste eine Familie mit durchschnittlichem Einkommen für eine 3-Zimmer-Wohnung 41,3 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben. 

In Frankfurt, wo eine neue Wohnung im Schnitt 1450 Euro kostet, liegt die Quote bei 40,7 Prozent. Für Leipziger wird zwar nur eine Miete von 1012 Euro fällig, da ihr Lohnniveau aber deutlich unter dem von Frankfurt liegt, beträgt die Quote trotzdem 37,5 Prozent. 

Steigende Bodenpreise und Baukosten

Laut der Untersuchung ist es sogar erstrebenswert, dass ein Haushalt nicht mehr als 27 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete ausgibt. Gemessen daran, könnten sich Durchschnittsverdiener in Frankfurt, Leipzig, Augsburg oder Jena 90 Prozent der Wohnungen, die dort gebaut werden, nicht leisten. 

Doch es betrifft nicht nur Städte. Auch im Brandenburger Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist mehr als die Hälfte der Neubauwohnungen für die Bewohnerinnen und Bewohner zu teuer. 

Gründe für diese Entwicklung sind hohe Bodenkosten und Baupreise. Seit 2005 sind die Baukosten um ein Drittel gestiegen. Die 2014 ins Leben gerufene Baukostensenkungsmission kritisiert, dass ihre Vorschläge bei der Bundesregierung kein Gehör fänden. 

SoVD fordert mehr sozialen Wohnungsbau

Der SoVD hat im vergangenen Jahr große Aufmerksamkeit für sein Gutachten  „Wohnverhältnisse in Deutschland“ erhalten. Darin stellt der Verband unter anderem fest, dass die Miete über eine Million Haushalte in Großstädten so arm macht, dass ihr Einkommen nach Abzug der Miete unter dem Regelsatz von Hartz IV liegt.

Neben dem Errichten von erschwinglichen Neubauten durch sozialen Wohnungsbau wären auch steigende Löhne eine Maßnahme, um das Wohnen bezahlbar zu machen.