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Kämpfer für Rechte von Menschen mit Behinderung ausgezeichnet

Ottmar Miles-Paul engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der Behindertenbewegung. An diesem Wochenende verlieh ihm die Internationale Liga für Menschenrechte die Carl-von-Ossietzky-Medaille. 

Ottmar Miles-Paul ist ein Kämpfer für das selbstbestimmte Leben von Menschen mit Behinderung. Er war an der Gründung und dem Aufbau deutscher und internationaler Initiativen und Projekte beteiligt. Auf seine Initiative geht die Entstehung des Behindertenverbandes „Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.“ (ISL) zurück. Mehrere Jahre war Miles-Paul ihr Geschäftsführer. Die Selbstvertretungsorganisation macht sich für das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung stark. 

Als Initiator des Online-Informationsportals „kobinet-nachrichten“ hilft er, der selbst seh- und hörbehindert ist, mit seinen täglichen Beiträgen Menschen mit Behinderungen, ihre Rechte einzufordern.

Arbeit als Behindertenbeauftragter

Mit seiner Arbeit hat Ottmar Miles-Paul auch international Spuren hinterlassen. Die von ihm gegründete Initiative ISL rief 1992 den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ins Leben. Seitdem wird er jährlich am 5. Mai begangen. Auch viele SoVD-Gliederungen beteiligen sich jedes Jahr an dem Aktionstag. 

Seine Erfahrungen konnte er auch in die Politik einbringen. Er war der Ausarbeitung des ersten Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland und des Bundesteilhabegesetzes impulsgebend beteiligt.

Zwischen 2008 und 2013 arbeitete er als Landesbehindertenbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz. Zuvor setzte er sich als Stadtverordneter in Kassel für die Umsetzung des Konzepts für ein barrierefreies Kassel ein. 

Würdigung als "Stimmführer aktiver behinderter Menschen"

Die Internationale Lage für Menschenrechte würdigte Miles-Paul als „einen der wesentlichen Stimmführer aktiver behinderter Menschen.“ Er habe sich „um wesentliche Fortschritte hin zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung und zum inneren Frieden einer inklusiven Gesellschaft verdient gemacht.“

Die Carl-von-Ossietzky-Medaille wird von der Liga seit 1962 verliehen. Ausgezeichnet werden Personen oder Gruppen, die sich durch Zivilcourage und herausragendes Engagement für die Verwirklichung, Verteidigung und Erweiterung der Grund- und Menschenrechte und des Friedens verdient gemacht haben. 

Neben Ottmar Miles-Paul erhielt den Preis in diesem Jahr die kurdische Politikerin Leyla Imret. Zu den Preisträgern aus den vergangenen Jahren gehören unter anderem Edward Snowden, Lea Rosh und Heinrich Böll.