Sozialverband Deutschland e.V. > Publikationen > Nachrichtenarchiv > Hohe Wohnkosten werden zum Armutsrisiko


Hohe Wohnkosten werden zum Armutsrisiko

Wenn die Miete deutlich schneller steigt als das Einkommen, stellt das viele Menschen vor Probleme. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnt auf ihrer jährlichen Fachtagung, dass in vielen Haushalten das Schuldenrisiko zunimmt. 

Durch hohe Mieten, steigende Nebenkosten oder plötzliche Kündigungen steigt für viele Menschen das Schuldenrisiko. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnt, dass selbst Haushalte mit mittlerem Einkommen wegen gestiegener Wohnkosten kaum noch Rücklagen bilden könnten. Dadurch könnten sie unvorhergesehene Rechnungen oder Reparaturen oft nicht bezahlen. 

„Die hohen Wohnkosten selbst sind ein Überschuldungsrisiko", so Geschäftsführerin Ines Moers „Und Menschen, die ohnehin Schulden haben, sind ganz besonders benachteiligt." Das sagte sie am Rande der Jahresfachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Erfurt der dpa. 

SoVD-Gutachten zeigt hohe Belastung durch Mieten

Unter anderem verlangen die Schuldnerberater, dass die Vergabe von mietpreisgebundenen, staatlich geförderten Sozialwohnungen nicht mehr von der Vorlage einer Auskunft zur Kreditwürdigkeit abhängig gemacht wird. "Das größte Problem für überschuldete Personen auf dem Wohnungsmarkt ist, dass sie nichts mehr bekommen, sobald sie einen negativen Schufa-Eintrag haben", sagte Moers.

Der SoVD stellte im vergangen in seinem Gutachten „Mietbelastung, soziale Ungleichheit und Armut“ bereits fest, dass eine Million Haushalte die Hälfte ihres Einkommens für die Kaltmiete ausgeben muss. 

Sozialer Wohnungsbau und höhere Haushaltseinkommen

Für ein ausgeglichenes Haushaltsbudget sollte nach Meinung von Experten jedoch maximal 30 Prozent des Einkommens für die Miete verwendet werden. 

Der SoVD setzt sich dafür ein, Haushaltseinkommen zu erhöhen. Dafür fordert der Verband einen höheren Mindestlohn und ein Ende prekärer Beschäftigung. Außerdem macht er sich für einen sozialen Wohnungsbau stark, von dem vor allem Menschen mit geringem Einkommen profitieren würden.