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Forderung nach mehr Sozialwohnungen

Ein Bündnis mehrerer Verbände hat die Politik aufgefordert, sich beim sozialen Wohnungsbau stärker zu engagieren. Bis 2030 verlangen sie einen Bestand von zwei Millionen Sozialwohnungen. Der aktuelle Stand ist davon weit entfernt und jedes gehen Sozialwohnungen verloren. Der SoVD hat bereits im letzten Jahr auf den fehlenden Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen hingewiesen. 

Mit Modellen wie der Mietpreisbremse oder dem Mietendeckel in Berlin, versucht die Politik, dafür zu sorgen, dass sich Menschen weiterhin angemessenen Wohnraum leisten können. Ein anderes Modell, das helfen könnte, Wohnen bezahlbar zu gestalten, wird dagegen kaum genutzt: Der soziale Wohnungsbau. 

Auf Basis der Analyse des Pestel-Insituts in Hannover hat ein Bündnis verschiedener Verbände – darunter Caritas und der Deutsche Mieterbund – den „Akutplan für soziales und bezahlbares Wohnen in Deutschland“ vorgelegt. 

Kehrtwende beim sozialen Wohnungsbau nötig

Darin fordern sie, dass es bis 2030 mindestens zwei Millionen Sozialwohnungen in Deutschland geben sollte. Derzeit sind es knapp über 1 Million und allein zwischen 2006 und 2016 ist der Bestand um mehr 800.000 gesunken. 

Da jedes Jahr 74.000 Wohnungen aus der Bindung fallen und ihren Status als sozialen Wohnungsbau verlieren, ist eine große Anstrengung erforderlich, um diesen Trend umzukehren. Nach Berechnungen der Analyse müssten jährlich 155.000 Wohnungen geschaffen werden. Diese solle durch Modernisierung und Neubau geschehen. Bund und Länder müssten dafür etwa 6,3 Milliarden Euro investieren. 

SoVD-Gutachten benennt Probleme

Das Bündnis fordert zudem, der "Wohn-Diskriminierung" entschieden entgegenzutreten. So sollen künftig zehn Prozent aller neuen, barrierefrei gebauten Sozialmietwohnungen betroffenen Gruppen, also Älteren, körperlich Behinderten oder Demenzkranken, zur Verfügung gestellt werden.

Auch der SoVD hat darauf hingewiesen, dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen. In seinem Gutachten „Wohnverhältnisse in Deutschland. Mietbelastung, soziale Ungleichheit und Armut“ plädierte er ebenfalls für mehr Anstrengungen beim sozialen Wohnungsbau.