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Digitale Arztrezepte sollen kommen

Nach Plänen des Gesundheitsministers dürfen Ärzte ihren Patienten künftig nach einer Video-Sprechstunde auch auf elektronischem Weg Rezepte für Arzneimittel ausstellen. Die geplante Gesetzesänderung soll spätestens 2020 greifen. 

Seit diesem Jahr ist der ärztliche Erstkontakt per Chat oder Anruf erlaubt (siehe hier oder SoVD-Zeitung 06/18, S. 2). Die Telemedizin soll nun weiter ausgebaut werden. Ärztinnen und Ärzte sollen dann nicht nur in Videosprechstunden beraten, sondern Arzneimittelrezepte digital ausfertigen können. 

„Telemedizin spart Ärzten und Patienten Zeit und Wege - vor allem auf dem Land und außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten", so der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegenüber der FAZ. Mit dem digitalen Rezept will er die Digitalisierung im Gesundheitsbereich weiter vorantreiben. "Erst das elektronische Rezept macht Telemedizin zu einem Erfolgsprojekt". 

Als weiteren Vorteil sieht er, dass sich digital möglich Wechselwirkungen von Medikamenten besser ausschließen ließen. 

Rezepte nach digitaler Sprechstunde

Spahn will Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen verpflichten, Regeln zu vereinbaren, damit Arzneimittelrezepte auch ausschließlich in elektronischer Form eingesetzt werden können. 

Sie haben dafür sieben Monate Zeit, nachdem die Novelle des Arzneimittelgesetzes in Kraft getreten ist. Das wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 geschehen.

Zugleich soll das Verbot aufgehoben werden, nach dem Apotheken verordnungspflichtige Arzneien nicht abgeben dürfen, wenn der Arzt den Patienten nur telemedizinisch beraten hat.

SoVD: Arzt-Patient-Kontakt nicht ersetzen

Nach Einschätzung des SoVD kann die Videosprechstunde Engpässe in der Patientenversorgung gerade im ländlichen Bereich und strukturschwachen Regionen entschärfen. Sie sollte jedoch nur ergänzend eingesetzt werden und darf den Arzt-Patienten-Kontakt nicht ersetzen.