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Bei Schwerhörigkeit hilft die moderne Technik

Ob im Restaurant, bei Familienfeiern oder in einfachen Alltagssituationen – wo viele Personen und Nebengeräusche aufeinandertreffen, fällt es Menschen mit Hörminderung oft besonders schwer, Gesprächen zu folgen. Selbst daran teilzunehmen kann für Betroffene eine unüberwindbare Hürde darstellen. Wenn sie unbehandelt bleiben, können Höreinschränkungen dazu beitragen, dass Menschen im Alter vereinsamen oder ihre geistigen Fähigkeiten nachlassen. Auch Unfälle und Stürze lassen sich häufig auf ein vermindertes Hörvermögen zurückführen. Hörgeräte können hingegen helfen, geistig länger fit zu bleiben, was auch Studien immer wieder belegen.

Ältere Menschen leiden häufiger als junge Menschen unter Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Problemen, allen voran an der sogenannten Altersschwerhörigkeit. Diese tritt meistens beidseitig auf.

Hörminderung beginnt mit Verlust der höheren Töne

Jeder dritte Mensch im Alter von 65 Jahren ist davon betroffen. Anfangs bezieht sich die Hörstörung nur auf die hohen Frequenzen wie etwa Vogelgezwitscher. Bei fortgeschrittener Schwerhörigkeit fällt es den Betroffenen dann zunehmend schwerer, Gesprächen zu folgen.

Obwohl dies gemeinhin bekannt ist, werden jedoch Hörstörungen im Alter nicht oder erst spät erkannt und behandelt. Dabei spielt eine Rolle, dass Betroffene den schleichenden Hörverlust nicht wahrhaben wollen oder ihre Umgebung die Veränderung nicht erkennt.

Hörgeräte unterstützen Teilhabe

Die unbehandelte Hörbeeinträchtigung kann schwerwiegende Folgen haben: Viele ältere Menschen reagieren darauf mit sozialem Rückzug. Die Beeinträchtigung belastet nicht nur die Psyche, was sich in der Entwicklung von Depressionen zeigen kann. Auch die geistigen Fähigkeiten können nachlassen. Entsprechende Studien zeigten immer wieder auf, dass Menschen mit Hörstörungen häufiger eine demenzielle Erkrankung entwickeln.

Hörgeräte können ältere Menschen dabei unterstützen, wieder stärker an der Gesellschaft teilzuhaben.  Die  heutigen digitalen Geräte sind technisch so ausgereift, dass die meisten Betroffenen sie nach einer schrittweisen Eingewöhnung dann auch regelmäßig nutzen. Nicht für alle Schwerhörigen ist ein konventionelles Luftleitungshörgerät angemessen und ausreichend, insbesondere wenn die Innenohrschwerhörigkeit sehr weit fortgeschritten ist. Dann können sogenannte Cochlea-Implantate erforderlich werden. Die Geräte, die über ein Mikrofon den Schall aufnehmen und die Signale elektrisch auf den Hörnerv übertragen, wurden eigentlich für taube Kinder entwickelt. Jetzt finden sie auch bei älteren Menschen Verwendung.

Wann sollte man einen Hörtest machen lassen?

Alarmierend: Nach Schätzungen des Bundes für Schwerhörige sind weniger als 50 Prozent der mittel- bis hochgradig Schwerhörigen in Deutschland mit einem Hörgerät versorgt. Doch wann sollte man einen Hörtest machen? Einige Anhaltspunkte:

  • Sie wurden mehrfach von Familie oder Freunden darauf aufmerksam gemacht, dass Sie schlecht hören.
  • Sie erhöhen die Lautstärke Ihres Fernsehers oder Radios plötzlich mehr als sonst.
  • Bei lauten Umgebungsgeräuschen können Sie kaum einer Unterhaltung folgen.
  • Ihnen kommt es so vor, dass Menschen, mit denen Sie sich unterhalten, undeutlich sprechen, und Sie müssen diese oft um eine Wiederholung bitten.
  • Leises Sprechen können Sie nur schwer verstehen.
  • Sie verstehen Männer- besser als Frauenstimmen.

Ob Sie an einem Hörverlust leiden, kann ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) diagnostizieren. Durch einen Hörtest (auch Audiometrie genannt) bestimmt er den eventuellen Grad der Schwerhörigkeit und stellt Ihnen gegebenenfalls eine Bescheinigung darüber aus.