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Bei Mieterhöhung erst prüfen, dann handeln

In vielen Städten und Gemeinden ist günstiger Wohnraum knapp. Mieterhöhungen sind häufig. Sobald ein Vermieter sein Anliegen den Mietern schriftlich mitgeteilt hat, heißt es: kühlen Kopf bewahren und prüfen. Das sind die wichtigsten Schritte.

Trifft die Mieterhöhung samt Zustimmungsverlangen beim Mieter ein, beginnt für ihn eine sogenannte Überlegungsfrist. Ab Eingang des Schreibens läuft sie den aktuellen Monat plus zwei komplette Monate. Mietervereine und Verbraucherportale empfehlen eine Checkliste zur Prüfung mehrerer Punkte. Ist die Mieterhöhung richtig adressiert und berechtigt? Bei Staffel- oder Indexmiete steigt die Miete nach vereinbarten Regeln. Sonst dürfen Vermieter die Kosten frühestens 15 Monate nach Einzug oder nach der letzten Mieterhöhung anheben – und nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. In drei Jahren darf sie nicht mehr als 20 Prozent steigen. In Orten, in denen eine Kappungsgrenze gilt, sind nur 15 Prozent Steigerung binnen drei Jahren erlaubt. Instandsetzungsmaßnahmen dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden.

Keine schriftliche Zustimmung nötig

Stimmen Mieter zu, zahlen sie den höheren Betrag ab dem angegebenen Termin. Schriftlich zustimmen muss nach neuester BGH-Rechtsprechung niemand. Wurde die erhöhte Miete dreimal gezahlt, gilt das als Zustimmung. Zahlen Mieter nicht, müssen Vermieter Klage erheben. In einem Gerichtsverfahren wird geprüft, ob die Klagefrist eingehalten wurde, ob das Erhöhungsverlangen berechtigt ist und wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete ist.

Hilfe im Internet

Für Mieter in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart empfiehlt Finanztip das Online-Verbraucherportal wenigermiete.de, das Mietern ohne Rechtsschutzversicherung hilft, ihre Interessen durchzusetzen. Nur bei Erfolg wird eine Provision in Höhe der Ersparnis von drei Monatsmieten fällig.