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Alleinerziehende häufig von Armut bedroht

In Deutschland leben immer mehr Alleinerziehende. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lebt jedes fünfte Kind nur mit einem Elternteil zusammen. Alleinerziehende sind dabei überdurchschnittlich oft armutsgefährdet. 

2,4 Millionen Kinder leben nur mit der Mutter oder dem Vater zusammen. Das sind rund 300 000 Kinder mehr als vor zwanzig Jahren. Dabei sind 90 Prozent der Alleinerziehenden Frauen, die zudem oft mehrere Kinder betreuen. 

Die meisten Alleinerziehenden leben in Großstädten und in Ostdeutschland. Der Anteil ist in Berlin am höchsten und mit zwölf Prozent in Bayern am niedrigsten. 

200 Euro weniger zur Verfügung

Besonders die finanzielle Belastung ist für Alleinerziehende sehr hoch. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen liegt in ihren Haushalten bei durchschnittlich 976 Euro im Monat. Haushalte mit zwei Erwachsenen haben etwa 200 Euro mehr zur Verfügung.

Fast zwei Drittel der Alleinerziehenden können überraschende Ausgaben in Höhe von 1000 Euro nicht aus eigener Kraft aufbringen, während es im Bevölkerungsschnitt nur 30 Prozent sind. Außerdem müssen Alleinerziehende besonders häufig auf Urlaubsreisen verzichten, wie der SoVD kürzlich berichtete

Aus den Zahlen ergibt sich, dass Alleinerziehende ein erhöhtes Armutsrisiko haben, auch wenn die sogenannte Armutsgefährdungsquote zwischen 2011 und 2016 von 37 auf 33 Prozent gesunken ist. Als einen Grund dafür benennt Georg Thiel, Präsident des statistischen Bundesamtes, den Ausbau der Kinderbetreuung. 

Alleinerziehende wollen arbeiten

Die Studie macht deutlich, dass sich viele Alleierziehende ohne Job Arbeit wünschen. Ein Viertel der alleinerziehenden Mütter war 2017 ohne Job. Mehr als die Hälfte von ihnen gab an, an einer Arbeitsaufnahme interessiert zu sein. Familiäre oder persönliche Gründe würden dies jedoch oft verhindern.

 Im Vergleich dazu äußerten weniger als ein Drittel der in einer Partnerschaft lebenden nicht-erwerbstätigen Mütter den Wunsch, Arbeit aufzunehmen. 

Daraus ergibt sich, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerade für Alleinerziehende weiter gefördert werden muss. Der Ausbau der Kinderbetreuung und das Rückkehrrecht in Vollzeit sind dazu hilfreiche Schritte. Vor allem kommt es aber auch darauf an, gleiche Arbeit endlich gleich zu bezahlen. Denn oft sind es alleinerziehende Mütter, die besonders unter dem sogenannten Gender Pay Gap leiden. 

Bereits in der März Ausgabe der SoVD-Zeitung erschien ein Artikel zu diesem Thema.