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Medikamente teilweise nicht lieferbar

Immer häufiger erhalten Patient*innen in Apotheken nicht das ihnen verordnete Medikament. Ursache hierfür sind seit Wochen bestehende Lieferengpässe. Der SoVD fordert die Bundesregierung nun auf, die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. 

Von einem Lieferengpass spricht man, wenn ein Medikament mehr als zwei Wochen nicht verfügbar ist. Auch wenn es sich hierbei noch um einen vergleichsweise überschaubaren Zeitraum handelt, stellt dies für viele Betroffene dennoch ein Problem dar. Sie können – abhängig von der jeweiligen Erkrankung – nicht so ohne weiteres auf andere Präparate ausweichen. Darauf weist auch SoVD-Präsident Adolf Bauer hin: „Insbesondere chronisch Kranke und ältere Menschen müssen sich auf eine reibungslose Versorgung mit Medikamenten verlassen können.“ 

Produktion von Medikamenten im EU-Ausland

Die Ursachen für derartige Lieferengpässe liegen oftmals bei den Lieferanten der Wirkstoffe. Denn diese werden zum größten Teil außerhalb der Europäischen Union produziert, meist von nur wenigen Firmen in Indien oder in China. Kommt es dort bei der Produktion zu Schwierigkeiten, sind die Auswirkungen weltweit zu spüren. 

Forderungen an die Politik

Der SoVD verlangt daher, dass die Bundesregierung angesichts der anhaltenden Probleme aktiv wird. Die Lieferengpässe seien eine konkrete Gefahr für viele Patientinnen und Patienten. Längst werden verstärkt Forderungen laut, die Produktion von Medikamenten wieder in die EU zu verlagern. Allerdings lohnt sich die Herstellung aufgrund höherer Kosten für die Unternehmen oftmals nicht. Um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu garantieren, wäre daher wohl staatliche Unterstützung notwendig.

Verträge mit einzelnen Lieferanten

In der Kritik stehen auch die sogenannten Rabattverträge. Diese werden von den Krankenkassen mit einzelnen Pharmaunternehmen geschlossen. Dabei legen sich die Kassen auf die Abnahme eines bestimmten Medikamentes fest und erhalten hierfür einen entsprechenden Rabatt auf den Abgabepreis. Konkurrenzunternehmen, die keinen solchen Vertrag abgeschlossen haben, gehen leer aus. Fällt dann jedoch eines der Rabattvertragsunternehmen aus, können die anderen den plötzlich entstehenden Mehrbedarf unter Umständen nicht abdecken.

Meldepflicht geplant

Unabhängig von der Schuldfrage sollte es vor allem darum gehen, Lieferengpässe künftig zu vermeiden. Medienberichten zufolge plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun eine generelle Meldepflicht. Pharmafirmen und Großhändler müssten dann rechtzeitig über Lagerbestände und drohende Engpässe bei versorgungsrelevanten Arzneien informieren.