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Krankschreibung per Telefon weiter möglich

Große Aufregung herrschte, als der G-BA am Wochenende die telefonische Krankschreibung wieder abschaffen wollte. Nach öffentlicher Kritik daran, nahm das Gremium die Pläne zurück.

Beim Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland Ende März gab es die schnelle Entscheidung, bei leichten Atemwegserkrankungen telefonische Krankschreibungen zu ermöglichen. Das entlastete Ärztinnen und Ärzte und verringerte das Infektionsrisiko, da sich weniger Menschen in vollen Arztpraxen begegneten. Zur großen Überraschung beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 17. April, diese Regelung nicht zu verlängern. Ursächlich dafür waren in erster Linie Interessen der Krankenkassen und Arbeitgeber.

Verlängerung bis 4. Mai 

Nach großer Kritik aus der Politik, von Ärztinnen und Ärzten sowie von Patientenvertreter*innen ruderte der G-BA zurück und verlängerte die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung bis zum 4. Mai. Im Rahmen der Patientenvertretung ist auch der SoVD im Gemeinsamen Bundesausschuss beteiligt.

Das Gesundheitsministerium war in die ursprüngliche Entscheidung wohl eingeweiht. Erst auf Druck des Kanzleramts kam es zur Rücknahme. Demnach dürfen Ärztinnen und Ärzte Versicherte mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik aufweisen, weiter ohne persönliche Konsultation für maximal eine Woche krankschreiben. Nach einem weiteren Gespräch kann dieser Zeitraum auf bis zu 14 Kalendertage erweitert werden.

Update 14. Mai

Die befristete Sonderregelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit durch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte ist nach derzeitiger Einschätzung der Gefährdungslage letztmalig bis einschließlich 31. Mai 2020 verlängert worden. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einstimmig am Donnerstag in Berlin. Ab dem 1. Juni 2020 gilt dann wieder, dass für die ärztliche Beurteilung, ob eine Versicherte oder ein Versicherter arbeitsunfähig ist, eine körperliche Untersuchung notwendig ist.