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Armut unter Rentnern steigt

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist die Armutsquote in Deutschland so niedrig wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Während die Quote insgesamt gesunken ist, sind jedoch deutlich mehr Rentner von Armut bedroht als 2008. Der SoVD sieht das als Alarmsignal. 

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre hat dazu beigetragen, dass sich viele Menschen in Beschäftigung befinden und eigenes Einkommen erwirtschaften. Im September erreichte die Erwerbstätigenquote sogar einen neuen Höchststand. 

Dennoch waren im vergangenen Jahr 18,7 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Nach den Kriterien der EU ist davon betroffen, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. 2017 lag diese Quote noch bei 19 Prozent. 

Rentner häufiger armutsgefährdet

Während die Armut insgesamt zurückging, ist sie bei Rentnerinnen und Rentnern in den vergangenen Jahren gewachsen. Vor zehn Jahren betrug die Armutsquote bei den über-65-Jährigen noch bei 15,5 Prozent und lag unter dem Durchschnitt. Bis Ende 2018 ist sie auf 19 Prozent gestiegen.

Damit sind Ältere häufiger von Armut bedroht als die Durchschnittsbevölkerung. 2,4 Prozent der Senioren sind sogar von erheblichen materiellen Entbehrungen betroffen. 

Um diesen alarmierenden Trend zu stoppen, setzt sich der SoVD für rentenpolitische Veränderungen ein. Der Verband fordert die Einführung einer Grundrente für alle, die lange gearbeitet, aber nur wenig verdient haben. Außerdem macht er sich für ein insgesamt höheres Rentenniveau stark.

Statt der bis 2025 garantierten 48 Prozent, sieht der Verband ein Niveau von 52 Prozent als erstrebenswert an.