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Pressemitteilung 26.06.2020

SoVD-Vizepräsidentin fordert EU-weite Angleichung von 60 Prozent des mittleren LohnsUrsula Engelen-Kefer: Mindestlohn muss in Deutschland auf 13 Euro steigen

Berlin/Brüssel - Mit Blick auf die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft fordert der Sozialverband Deutschland eine Anhebung der Mindestlöhne in Europa. „In Deutschland muss der Mindestlohn auf 13 Euro steigen“, sagte die SoVD-Vizepräsidentin Ursula Engelen-Kefer. „Zudem brauchen wir dringend eine europäische Mindestlohnregelung. Sie muss etwa 60 Prozent des mittleren Lohnes in den einzelnen Mitgliedsländern ausmachen.“ Höhere Löhne seien dringend erforderlich, um Armut effektiv bekämpfen zu können - sowohl bei der Arbeit als auch später bei der Rente, betonte Engelen-Kefer: „Zudem darf der Mindestlohn nicht statisch festgeschrieben bleiben, sondern müsse regelmäßig und dynamisch angepasst werden.“

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft sei aus Sicht des SoVD eine Chance, um soziale Ungleichheiten in Europa abzubauen und Fehlentwicklungen im Arbeitsmarkt zu beseitigen. Es müsse das Ziel sein, prekäre Beschäftigungsverhältnisse in sozial abgesicherte Normalarbeitsverhältnisse umzuwandeln. Missbräuche bei Leiharbeit, befristeter Beschäftigung und Werkverträgen sowie Scheinselbstständigkeit hätten in einem sozialen Europa keinen Platz, forderte die SoVD-Vizepräsidentin: „Krisen dürfen nicht dazu missbraucht werden, arbeits- und sozialrechtliche Standards dauerhaft zu unterwandern. “ Der gesetzliche Mindestlohn sei ein wirksames Mittel zur Armutsbekämpfung.

Achtung Redaktionen: Die Statements von Frau Engelen-Kefer stellen wir Ihnen gern kostenfrei als Audio oder Video zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerin zu diesem Thema:

V. i. S. d. P.:  Veronica Sina

Tel.: 030 / 72 62 22-140

E-Mail: veronica.sina(at)sovd.de

Der SoVD hat zentrale Forderungen zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Deutschland ab Juli unter dem Titel „Für ein Europa mit Zukunft. Forderungen des SoVD zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020“ auf seiner Homepage (www.sovd.de) veröffentlicht. Der SoVD vertritt die sozialpolitischen Interessen der gesetzlich Rentenversicherten, der gesetzlich Krankenversicherten, der pflegebedürftigen, behinderten und sozial benachteiligten Menschen. Sitz des Verbandes ist seit 2003 Berlin. Rund 600.000 Mitglieder sind momentan in 12 Landesverbänden und bundesweit rund 2.300 Orts- und Kreisverbänden organisiert. Als Kriegsopferverband 1917 gegründet setzt sich der SoVD seit über 100 Jahren für Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein.