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Pressemitteilung 30.04.2020

Gesten kollektiver Dankbarkeit müssen endlich höhere Löhne folgen

Anlässlich des Tages der Arbeit erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:
"Erstmals seit 1949 finden am Tag der Arbeit aufgrund der pandemisch bedingten Einschränkungen keine Demonstrationen und Kundgebungen statt. Viele Organisationen begleiten den 1. Mai jedoch mit digitalen Aktionen. So setzt etwa der DGB unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ - #SolidarischNichtAlleine ein deutliches Zeichen.

Solidarität verdienen vor allem diejenigen, die – oft über Jahrzehnte – in zentralen Bereichen des öffentlichen und sozialen Lebens arbeiten, dafür jedoch wenig Anerkennung erfahren und gering entlohnt werden. Es sind Menschen mit fordernden Berufen in der Sorge- und Pflegearbeit, der inneren Sicherheit, der Grund- und Lebensmittelversorgung, der Kinderbetreuung oder der Verkehrs- und IT-Infrastruktur. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) werden diese als „systemrelevant“ geltenden Tätigkeiten mehrheitlich von Frauen ausgeübt, nämlich zu knapp 75 Prozent. Es ist beschämend, dass ganze Berufsgruppen erst in der Krise eine angemessene Würdigung erfahren, weil nun ihre gesellschaftliche Unverzichtbarkeit sichtbar wird. 

Der SoVD setzt sich seit Langem mit Nachdruck unter anderem für die Aufwertung von Pflegeberufen ein. Der Verband fordert, dass den Gesten kollektiver Dankbarkeit in Notzeiten endlich auch konkrete Maßnahmen folgen müssen. Das bedeutet höhere Entlohnungen und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen für alle genannten Berufsgruppen. Nur so lässt sich die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Unverzichtbarkeit und entsprechendem Verdienst aufheben!“

V. i. S. d. P.:  Veronica Sina