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Was ist die Pflege wert?

Am Montag hat der SPD-Vorstand ein Konzept verabschiedet, mit dem der Eigenanteil in der Pflege gedeckelt werden soll. Der SoVD begrüßt diesen Ansatz, fordert aber eine darüber hinausgehende Pflegevollversicherung. 

Die Pflege kann für Betroffene, aber auch für ihre Angehörigen, eine große finanzielle Belastung werden. Bisher zahlt die Pflegeversicherung für die Versicherten einen festgelegten Satz. Für alle höhere Kosten müssen die Heimbewohner mit ihrem eigenen Vermögen aufkommen. Sollten ihre Angehörigen über ein hohes Nettoeinkommen verfügen, können auch davon Teile für die Finanzierung der Pflege herangezogen werden. 

Im Schnitt zahlt derzeit jeder Pflegefall 618 Euro im Monat für die Pflege dazu. 

SoVD: Begrenzung ist wichtiger erster Schritt

Die SPD möchte mit ihrem Vorstoß das System umkehren. Danach würde es einen festen Eigenanteil geben. Für alle Kosten, die diesen Betrag übersteigen, würde die Pflegeversicherung aufkommen. Da der Eigenanteil bundesweit unterschiedlich hoch ist, fordert Andrea Nahles keinen bundesweiten Festbetrag, sondern möchte den Status quo festschreiben. 

Zu diesen Plänen sagt SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Die exorbitant steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege sind längst zu einem Armutsrisiko pflegebedürftiger Menschen geworden. In der Bevölkerung schürt dies die Angst, im Alter auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Der Vorschlag der Begrenzung von Kostenbeteiligungen für Betroffene ist ein wichtiger erster Schritt. Er reicht jedoch nicht aus, um den Abstiegsängsten entgegenzuwirken.“

Bürgerversicherung in der Pflege

Zu den neuen Konzepten der SPD gehört unter anderem, private und gesetzliche Pflegeversicherung zusammenzulegen. Für dieses Modell der „Bürgerversicherung“ macht sich der SoVD seit Langem stark. Zudem soll es einen Steuerzuschuss aus dem Bundeshaushalt geben.

Der SoVD hat sich mit einer Pressemitteilung zu den Plänen geäußert.