Direkt zu den Inhalten springen

Pressemitteilung vom 12.01.2005

SoVD: Kein Missbrauch der Ein-Euro-Jobs in der Privatwirtschaft

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat sich mit aller Entschiedenheit gegen den Vorschlag des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Martin Wansleben gewandt, Ein-Euro-Jobs auf die Privatwirtschaft auszudehnen.

Der Präsident des SoVD Adolf Bauer hat diesen Vorschlag von Wansleben als einen "hoffentlich untauglichen Versuch" bezeichnet, die "Einführung moderner Sklavenarbeit in Deutschland zu verschärfen". Präsident Bauer: "Es ist schon unglaublich, was sich Arbeitgebervertreter in Deutschland erlauben in dem Ziel, die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter zu vertiefen." Bauer weiter: "Dieser Vorschlag geht noch über die Forderung nach Niedriglöhnen und Sozialdumping hinaus. Herr Wansleben stellt sich ein Armutszeugnis aus, wenn er eine solche Ausbeutung der Betroffenen und der Steuerzahler als 'kreative Lösung' bezeichnet. Sein klares Ziel ist es, die Langzeitarbeitslosen als billigste Arbeitskräfte zu benutzen. Dies ist verwerflich und wird der Verantwortung der Arbeitgeber in Deutschland in keiner Weise gerecht."

Niemand dürfe eine solche unsoziale und einseitige Arbeitsmarktpolitik unterstützen, meinte Bauer im Hinblick auf die Stiftung Marktwirtschaft, die nach einer Pressemitteilung im Handelsblatt den Vorschlag von Wansleben befürwortet habe.

Der SoVD-Präsident forderte Regierung und alle politischen Parteien auf, sich von derart "unakzeptablen billigsten Vorschlägen" klar und dauerhaft zu distanzieren. Der SoVD hat nochmals darauf hingewiesen, dass die Ein-Euro-Jobs keine Beschäftigungsverhältnisse begründen würden, sondern nur begrenzte Arbeitsgelegenheiten darstellen dürfen. Adolf Bauer: "Die Ein-Euro-Jobs dürfen nicht reguläre Arbeit verdrängen und müssen für die Betroffenen die Ausnahme bleiben. So sieht es das Gesetz vor. " Der SoVD hat in diesem Zusammenhang auch auf die überdurchschnittlichen Gewinne der Unternehmen in Deutschland in jüngster Zeit hingewiesen. Adolf Bauer: "Die Arbeitgeber in Deutschland können und müssen endlich normal sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt schaffen, statt Vorschläge zu unterbreiten, wie sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland vernichtet werden kann."

V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Leutloff