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Pressemitteilung vom 11.08.2005

SoVD: Kein Rückzug aus der beruflichen Rehabilitation für behinderte Menschen

Zur Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Ludwig Stiegler, MdB, die berufliche Förderung von behinderten Menschen vollziehe sich weiterhin auf hohem Niveau, erklärt SoVD-Vizepräsidentin Marianne Saarholz:

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) verfolgt mit großer Sorge die Entwicklung im Bereich der beruflichen Rehabilitation. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke haben in eindrucksvollen schriftlichen Stellungnahmen belegt, dass sich die zunehmend fiskalisch ausgerichtete Rehabilitationspolitik der Bundesagentur für Arbeit äußerst negativ für die betroffenen behinderten Menschen und auch die bewährten Einrichtungen der Rehabilitation auswirkt.

Der SoVD unterstützt die Aussagen im Bericht von "Report Mainz" und vor allem auch die Ausführungen des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Karl-Hermann Haack, MdB, (SPD).

Wenn die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke auf einen 40-prozentigen Belegungsrückgang hinweist und die Entlassung von 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis 2006 prognostiziert, so kann dies nicht hingenommen werden. Die Berufsbildungswerke, die für die Erstausbildung junger behinderter Menschen zuständig sind, beklagen ebenfalls bundesweit eine massive Buchungszurückhaltung durch die Agenturen für Arbeit.

Die Berufsbildungswerke und Berufsförderungswerke leisten seit vielen Jahrzehnten einen unschätzbaren Beitrag für die berufliche und damit gesellschaftliche Teilhabe behinderter und insbesondere junger behinderter Menschen. Sie sind Garanten für eine qualitativ hochwertige berufliche Bildung. Gerade behinderte Menschen sind in Anbetracht der Situation am Arbeitsmarkt und eines immer stärkeren Verdrängungswettbewerbes auf eine möglichst qualifizierte Ausbildung bzw. Umschulung angewiesen.

Der SoVD fordert den stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Ludwig Stiegler auf, das Gespräch mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke zu suchen. Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit dem Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik für eine umfassende Teilhabe behinderter Menschen, darf man die ohne Zweifel bestehenden großen Probleme nicht mit einer Presseerklärung vom Tisch wischen.

V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Leutloff