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Pressemitteilung vom 19.11.2004

SoVD: Behinderte Frauen in der UN-Konvention sichtbar machen

Zum Start der Aktionskampagne mit dem "Netzwerk Artikel 3" erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

Die Vereinten Nationen erarbeiten derzeit eine Konvention zum Schutz der Rechte und der Würde von Menschen mit Behinderungen. Dieses Übereinkommen wird für die Vertragsstaaten bindend sein. Sie verpflichten sich damit zu Maßnahmen, die es behinderten Menschen ermöglichen, ihre Menschenrechte wahrzunehmen.

Wir begrüßen, dass der Konventionsentwurf bereits dahingehend verändert wurde, dass nicht die Handicaps behinderter Menschen im Vordergrund stehen, sondern die Menschenrechtsperspektive.

Wir halten es aber für unabdingbar, dass die Sichtbarkeit behinderter Frauen und die frauenspezifischen Aspekte von Behinderung stärker berücksichtigt werden.

Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, dass der Widerstand gegen die stärkere Sichtbarkeit behinderter Frauen auch von EU-Seite kommt.

Dahinter steht die Befürchtung, dass dann einzelne Behindertengruppen ebenfalls explizit genannt werden wollen. Diese Bedenken sind unbegründet und können sicherlich ausgeräumt werden. Denn auch die EU hat sich im Amsterdamer Vertrag zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des "Gender mainstreaming" verpflichtet.

Um der Forderung nach Sichtbarkeit behinderter Frauen in der UN-Konvention Nachdruck zu verleihen, haben das "Netzwerk Artikel 3" und der SoVD eine Kampagne zur Lobbyarbeit für das Anliegen gestartet. Dazu wurde auch die Aktionshomepage www.un-behindertefrauen.org ins Leben gerufen.

Wir hoffen überdies, dass von der morgigen Fachtagung "Menschenrechte und Behinderung" beim Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen wichtige Impulse für die weiteren Verhandlungen um den Text der UN-Konvention ausgehen.

Den Entwurf der UN-Konvention finden Sie auf der Internet-Seite

www.un-behindertefrauen.org und unter www.sovd.de

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden