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Pressemitteilung vom 12.01.2004

SoVD: Wegfall des Zivildienstes erfordert neue Hilfestrukturen

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Überlegungen zur Abschaffung des Wehr- und damit des Zivildienstes als Chance zu nutzen, die Hilfestrukturen für chronisch kranke, behinderte, ältere und pflegebedürftige Menschen in Deutschland fortschrittlich und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Der Präsident des SoVD Adolf Bauer warnte zunächst vor dem ersatzlosen Wegfall des Zivildienstes: "Die Zivildienstleistenden erfüllen mit ihren Betreuungs- und Hilfeleistungen für behinderte und pflegebedürftige Menschen wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgaben". Bauer weiter: "Der Wegfall des Zivildienstes hätte für die Betroffenen und auch viele Einrichtungen dramatische Folgen, wenn nicht frühzeitig alternative Strukturen installiert werden."

Präsident Bauer forderte die Bundesregierung auf, das seit langem von den Behindertenverbänden geforderte Leistungsgesetz zur sozialen Teilhabe behinderter und pflegebedürftiger Menschen endlich auf den Weg zu bringen. Dieses Leistungsgesetz müsse den individuellen Hilfe- und Betreuungsbedarf im Einzelfall abdecken und dem Ziel dienen, auch schwer- und schwerstbehinderten Menschen ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen.

Der SoVD-Präsident sprach sich in diesem Zusammenhang auch für die Stärkung der häuslichen Pflege und die Leistungsform des "Budgets" zur persönlichen Assistenz aus. Zudem müssten die Voraussetzungen für ehrenamtliche und freiwillige soziale Arbeit durchgreifend verbessert werden.

V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Leutloff