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Pressemitteilung vom 11.11.2004

SoVD fordert: Prüfberichte über Pflegeheime offen legen

SoVD-Präsident Adolf Bauer erklärt:

Mit dem Bericht, den die Pflegekassen und der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) heute vorgestellt haben, liegen erstmals umfassende Daten über die Pflegequalität in Deutschland vor.

Wir sehen uns durch diesen Bericht in unserer Auffassung bestätigt, dass es nach wie vor gravierende Pflegemängel gibt. Zwar leisten die Pflegekräfte in einem Großteil der ambulanten Dienste und Pflegeheime gute Arbeit, aber die in dem Bericht festgestellten Defizite sind schwerwiegend.

Laut Bericht wies die Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung bei 41 Prozent der Pflegebedürftigen in Heimen Qualitätsmängel auf. Dies sind bei einem so elementaren Bedürfnis wie Essen und Trinken alarmierende Zahlen. Jeder einzelne Fall ist ein Fall zu viel. Auch bei der Vorbeugung von Wundgeschwüren (Dekubitus) wurden bei 43 Prozent der pflegebedürftigen Heimbewohner Versorgungsdefizite festgestellt.

Wir halten daher eine Qualitätsoffensive in der Pflege für dringend erforderlich.

Der Bericht des MDS ist ein erster Schritt. Wir fordern darüber hinaus die Offenlegung aller Prüfberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen. Diese Prüfberichte geben Aufschluss über die Pflegequalität in jedem einzelnen Heim und bei jedem einzelnen Pflegedienst. Diese Prüfberichte dürfen nicht in der Schublade verschwinden. Wir brauchen mehr Transparenz.

Gut geführte Pflegeheime haben nichts zu verbergen. Im Gegenteil: Pflegeheime und Pflegedienste müssten aus eigenem Interesse darlegen, dass sie gute Pflege leisten. Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die breite Öffentlichkeit haben ein berechtigtes Interesse an Informationen über die Pflegequalität in jedem einzelnen Heim.

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden