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Pressemitteilung vom 07.06.2004

SoVD: Der Eckrentner hat als Rechenmodell ausgedient

Zu Berichten über die Renditeentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

Presseberichten zufolge werden Versicherte ab Jahrgang 1970 mehr in die gesetzliche Rentenversicherung hineinzahlen als sie zurückbekommen. Wir fordern die Bundessozialministerin daher auf, klarzustellen, wie sich die jüngsten Rentenreformen auf die Renditeerwartung künftiger Generationen auswirken.

Falls es tatsächlich zu einer negativen Rendite für jüngere Generationen kommt, muss der Gesetzgeber gegensteuern. Andernfalls befürchten wir, dass die gesetzliche Rentenversicherung dramatisch an Legitimität verliert.

Wir fordern die Bundessozialministerin überdies auf, sich vom Rechenmodell des Eckrentners zu verabschieden. Den Eckrentner, der lückenlos 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, gibt es schon lange nicht mehr. Aufgrund von langen Ausbildungszeiten und unstetigen Erwerbsverläufen in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit sind 45 Jahre Beitragszeit für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer völlig illusorisch.

Wer auf dieser Grundlage die zu erwartende Rentenhöhe berechnet, betreibt Schönrechnerei. Wir fordern Mut zu Klarheit und Transparenz. Denn die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was sie im Alter an Rente erwarten können.

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden