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Pressemitteilung vom 06.04.2004

SoVD: In Ostdeutschland droht neue Altersarmut

Zur aktuellen Debatte um den Aufbau Ost erklärt SoVD-Vizepräsident Jürgen Weigel:

Der Osten Deutschlands darf nicht abgehängt werden. Gerade in strukturschwachen Gebieten ist eine zielgerichtete Wirtschaftsförderung notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen. Sonderwirtschaftszonen, in denen Arbeitnehmerrechte außer Kraft gesetzt werden, lehnt der SoVD entschieden ab.

In der aktuellen Debatte um den Aufbau Ost werden die langfristigen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit unterschätzt. In Ostdeutschland sind 43 Prozent der Arbeitslosen ein Jahr oder länger ohne Arbeit. Das bedeutet für Langzeitarbeitslose, dass sie zum Teil jahrelang nur sehr geringe Rentenbeiträge entrichten. Dies wird später zu ganz erheblichen Ausfällen bei der Rente führen.

Wir warnen daher eindringlich vor einer rasch wachsenden Altersarmut in Ostdeutschland. Dies betrifft vor allem die heute über 50jährigen Arbeitslosen, die nur geringe Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz haben.

Sie verfügen in der Regel auch nicht über eine Betriebsrente und sie haben kaum noch eine Chance, eine private Vorsorge aufzubauen. Umso größere Bedeutung kommt der gesetzlichen Rente zu. Das Niveau der gesetzlichen Renten in den neuen Bundesländern beträgt allerdings nach wie vor nur 87,9 % der Renten in den alten Bundesländern.

Wir sind uns der äußerst angespannten Finanzlage des Bundes durchaus bewusst. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die Angleichung der Renten an Westniveau in den neuen Bundesländern auf die lange Bank geschoben wird.

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden