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Pressemitteilung vom 05.03.2004

SoVD: Einführung von Unisex-Tarifen ist überfällig

Brigitte Pathe, Sprecherin der Frauen im SoVD Bundesverband, erklärt zum Internationalen Frauentag am 8. März:

Die Bilanz der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der Bundesregierung fällt insbesondere für Frauen verheerend aus.

In der Dienstleistungsbranche werden viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Mini- und Midi-Jobs umgewandelt. Dies trifft vor allem Frauen und führt dazu, dass sich ihre soziale Absicherung und Altersvorsorge weiter verschlechtern wird.

Umso wichtiger ist eine zusätzliche Altersvorsorge. Allerdings werden Frauen bei vielen privaten Altersvorsorgeprodukten diskriminiert.

Um die gleiche Versicherungslücke aufzufüllen, müssen Frauen 15 % mehr Beiträge aufwenden als Männer. Dies ist eine verfassungsrechtlich äußerst bedenkliche Benachteiligung von Frauen. Die Einführung von Unisex-Tarifen ist daher überfällig.

Der SoVD hat sich in Schreiben an die Fraktions- und Parteichefs aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien für die Einführung von Unisex-Tarifen bei der Riester-Rente eingesetzt. Wir unterstützen die fraktionsübergreifende Initiative der Parlamentarierinnen im Deutschen Bundestag für Unisex-Tarife.

Wir fordern den Deutschen Bundestag auf, bei der Beratung des Alterseinkünftegesetzes gleiche Tarife für Frauen und Männer gesetzlich zu verankern. Überdies fordern wir alle Beteiligten auf, der EU-Richtlinie zu Unisex-Tarifen am 12. März im Bundesrat zuzustimmen.

Der Staat ist dem Grundgesetz verpflichtet, wonach niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt werden darf. Versicherungsprodukte privater Versicherer, die staatlich gefördert und zertifiziert werden, dürfen Frauen nicht benachteiligen.

Wir fordern, dass künftig nur noch Unisex-Tarife zertifiziert werden dürfen. Bestehende Verträge sind nachzubessern.

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden