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Elterngeld wird gut angenommen

Immer mehr Elternteile treten für eine bestimmte Zeit im Job kürzer, um sich der Kindererziehung zu widmen. Dabei steigt die Zahl der Väter langsam an. Nach wie vor nehmen jedoch deutlich mehr Frauen Elternzeit als Männer. 

Das Elterngeld wird immer beliebter. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, haben im Jahr 2018 mehr als 1,8 Millionen Elternteile Zahlungen erhalten. Die Zahl verteilt sich auf 1,4 Millionen Mütter und 433.000 Väter. 

Diese große Lücke zwischen den Geschlechtern schrumpft nur langsam. Während die Anzahl der Elterngeld beziehenden Mütter um 3 Prozent zunahm, stieg die Zahl der Väter um knapp 7 Prozent. 

Insgesamt bezogen damit 4 Prozent mehr Personen Elterngeld als 2017.

Mehr Frauen entscheiden sich für Elterngeld Plus

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden, können zwischen dem Bezug von Basiselterngeld (bisheriges Elterngeld) und dem Bezug von Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Zwar fällt das Elterngeld Plus in der Regel niedriger aus, wird dafür aber erheblich länger gezahlt (bis zu 36 Bezugsmonate für beide Elternteile zusammen). Insbesondere Frauen nutzten das Elterngeld Plus.

Während fast jede dritte Frau sich für Elterngeld Plus entscheid, wählten nur 13 Prozent der Männer diese Option. Im Jahr zuvor waren es mit 11 Prozent allerdings noch weniger. 

Geringere Bezugsdauer bei Vätern

Die geplante Bezugsdauer bei Müttern, die ausschließlich Basiselterngeld beantragten, betrug durchschnittlich 11,7 Monate, bei geplantem Bezug von Elterngeld Plus betrug sie 20 Monate. Die von Vätern angestrebte Bezugsdauer war mit durchschnittlich 3 Monaten bei ausschließlichem Basiselterngeld beziehungsweise mit durchschnittlich 8,9 Monaten bei Bezug von Elterngeld Plus vergleichsweise kurz. 

Die Zeit, die Männer und Frauen von der Arbeit fernbleiben, oder kürzer arbeiten, um sich der Kindererziehung widmen, ist zwischen den Geschlechtern also sehr ungleich verteilt. 

SoVD fordert mehr Einsatz für bedürftige Familien

Der SoVD begrüßt das Konzept Elterngeld Plus. Präsident Adolf Bauer sagte dazu im vergangenen Jahr: „Mit dem Elterngeld Plus werden Familien stärker dabei unterstützt, sich Zeit für ihre kleinen Kinder zu nehmen und dennoch berufstätig zu bleiben. Müttern und Vätern wird somit mehr Raum für partnerschaftliche Erziehung gegeben“

Der SoVD fordert allerdings, dass die Partnerschaftsmonate erweitert werden. Väter bräuchten Unterstützung, wenn sie bei ihrem Arbeitgeber oder ihrer Arbeitgeberin mehr als die bisher üblichen zwei oder vier Monate Elternzeit anmelden und durchsetzen möchten, argumentiert der Verband. 

Der SoVD kritisiert jedoch, dass der Bezug von Elterngeld Plus auf Grundsicherungsleistungen angerechnet wird. Um die Situation bedürftiger Familien zu verbessern, fordert der Verband deshalb, die Anrechnung des Elterngeldes und des Elterngeld Plus auf die staatlichen Transferleistungen zurückzunehmen.