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Eltern wünschen sich inklusive Angebote

Die meisten Eltern in Deutschland finden, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsame Kitas und Schulen besuchen und auch ihre Freizeit zusammen verbringen sollten. Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Aktion Mensch sprachen sich 83 Prozent der befragten Eltern für einen inklusiven Kita-Besuch aus.

76 Prozent der Befragten begrüßten schulische Inklusion. Die größte Zustimmung gab es mit 87 Prozent für gemeinsame Freizeitangebote.

Umgesetzt ist die Inklusion nach Erfahrungen der meisten Eltern aber noch nicht. Ein gutes Drittel (36 Prozent) gab an, dass ihre Kinder inklusive Kitas oder Schulen besuchen. Gemeinsame Freizeitangebote für Kinder mit und ohne Behinderung nutzen nur 32 Prozent. Ein Fünftel der Eltern gab an, keine inklusiven Angebote zu kennen.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander

„Die Umfrage zeigt erfreulicherweise, dass es eine sehr hohe Zustimmung zu Inklusion im Kindesalter gibt“, erklärte Armin von Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. „Aber sie macht auch deutlich, wie sehr Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.“ Dabei liege es weniger an Vorurteilen, wenn Kinder mit und ohne Behinderung nicht zusammenkämen, sondern an mangelnden Angeboten. Deshalb wolle sich die Aktion Mensch noch stärker für inklusive Freizeitangebote engagieren, kündigte von Buttlar an.

Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung befragt

Für die Online-Umfrage befragte YouGov Mitte April insgesamt 4051 Menschen, darunter 1656 Eltern mit mindestens einem minderjährigen Kind. Davon hatten 277 Mütter und Väter mindestens ein Kind mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung.