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Bremer Briefträger sollen sich um Senioren kümmern

Briefträger erweitern in einem Pilotprojekt, das im Mai startet, ihr Aufgabenfeld und sollen Hausbesuche bei Bremer Senioren machen. Gegen eine noch nicht bekannt gegebene Gebühr werden die Briefträger alle paar Tage bei den Senioren klingeln und sich mit ihnen austauschen. Wenn sie um Hilfe gebeten werden oder auf ihrer Runde vergeblich klingeln und den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt, können sie Hilfskräfte der Johanniter anrufen, die sich dann weiter kümmern oder Verwandte informieren. 

Briefträger bringen auch Bargeld

Zusammen bieten Post und Sparkasse dann auch einen kostenpflichtigen Bargeldservice an. Ab Juli können Kunden telefonisch bis zu 500 Euro bestellen, die der Briefträger einmal in der Woche vorbei bringt. Die Süddeutsche Zeitung erkundigte sich für einen Artikel bei Benedikt Dederichs, Pressesprecher des SoVD, nach seiner Einschätzung. "Prinzipiell ist es eine gute Sache, wenn die Post ein Auge darauf hat, wie sie die Situation von Rentnern verbessern kann", sagt Benedikt Dederichs vom Sozialverband Deutschland. Nur: Das Angebot müsse nicht nur bezahlbar sein, sondern die Zusteller müssten auch die Kapazitäten bekommen, sich für ihr Gegenüber Zeit zu nehmen. "Wenn man das ernsthaft betreiben möchte, dann reicht es nicht, sich nur kurz nach dem Befinden zu erkundigen", findet Dederichs. Den kompletten Text gibt es hier

Neues Geschäftsfeld für die Post

Die Post erhofft sich, dadurch Erfahrungen zu sammeln, um ein neues Geschäftsfeld aufzubauen und Arbeitsplätze zu sichern. Denn während immer weniger Briefe verschickt werden, suchen Postunternehmen nach anderen Einnahmequellen. Ein ähnliches Projekt gab es vor vier Jahren bereits in Nordrhein-Westfalen. Damals kostete der Service 40 Euro, wurde aber nicht viel genutzt und bald wieder eingestellt. In den USA oder Frankreich dagegen sind solche zusätzlichen Aufgaben für Briefträger etabliert. Die neuen Aufgaben der Briefträger gehören zu einem Projekt der Stadt Bremen, mit dem sie neue Angebote für ältere Menschen schafft. Es soll bis 2019 laufen und wird dann wissenschaftlich ausgewertet.