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2019 steigt der Mindestlohn auf 9,19 Euro

Die Mindestlohnkommission hat beschlossen, dass sich der Mindestlohn im kommenden Jahr auf 9,19 Euro erhöht. 2020 folgt ein weiterer Anstieg auf 9,35 Euro. Der SoVD begrüßt den Mindestlohn und hat sich für eine jährliche Anpassung starkgemacht. Der Verband kritisiert jedoch die bestehenden Ausnahmeregeln und fordert, diese abzuschaffen.

Der Mindestlohn steigt damit im kommenden Jahr um 35 Cent pro Stunde. Das haben Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und aus der Wissenschaft am Dienstag einstimmig beschlossen. Die Bundesregierung wird den Beschluss per Verordnung umsetzen. 

Das Gremium orientiert sich bei seinem Vorschlag an der Entwicklung der Tariflöhne. Der Anstieg entspricht dem Betrag, der sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts rein rechnerisch aus dem Tarifindex ergibt. Der Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ging aufgrund der starken Konjunktur von einer „kräftigen Erhöhung“ aus und auch die Gewerkschaften warben für einen „ordentlichen Zuschlag“. Arbeitgeber warnten jedoch vor einer Erhöhung über 9,19 Euro hinaus. 

SoVD: Mindestlohn ist weiterhin zu niedrig

Anders als bei der ersten Erhöhung des Mindestlohns von 8,50 auf 8,84 Euro ist diesmal ein weiterer Anstieg nach einem Jahr vorgesehen. 2020 wird die Lohnuntergrenze 9,35 Euro betragen. Diese zweite Anhebung berücksichtigt laut Kommission auch Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr 2018. Dass der Mindestlohn jährlich angepasst wird, ist eine der Forderungen des SoVD. 

Der Verband kritisiert jedoch weiterhin, dass der Mindestlohn zu niedrig ist, um Armut wirksam zu bekämpfen. Außerdem setzt sich der SoVD dafür ein, Ausnahmen, wie zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, abzuschaffen und die Einhaltung der Lohnuntergrenze streng zu kontrollieren.